Wiesenhof
Der Anblick bietet sich selten: Voll mit Menschen ist der Platz zwischen dem Studentenwohnheim und der Kneipe „Klönstuv – Windige Ecke“. Die Kleinen toben auf der Hüpfburg, drehen am Glücksrad oder reiten auf Ponys. Die Großen sitzen auf den Bänken und werden bis spät in die Nacht zur Live-Musik tanzen.Das 15. Sommerfest im Wiesenhof war am Wochenende wieder ein geselliges Treffen der Generationen. Shantychöre, die „Latenight“-Showband, Elvis-Imitator Michael Aden und „Starlight Radio“ sorgten für Musik. Am Sonntag gab es Blasmusik zum Frühschoppen. Die „Compania flamenca del mar“ und Magic Moments des WTB beteiligten sich am Programm.
In diesem Jahr gab es allerdings etwas Wehmut: Es soll das letzte Sommerfest gewesen sein, das „Klönstuv“-Wirtin Hannelore Ehlers organisiert hat. Nach 15 Veranstaltungen will sich die 53-Jährige anderen Aufgaben widmen. Viele Gäste finden das schade. „Das Fest hat Tradition. Auf den Termin habe ich mich immer lange gefreut“, erzählt Monika Menssen. Seit 16 Jahren wohnt die 48-Jährige im Wiesenhof und hat kaum ein Sommerfest verpasst. Am Sonnabend feierte sie mit Freunden aus Heppens und Altengroden in ihrem Stadtteil, der seit dem Wegfall des kleinen Rummels „Schaar-Markt“ keine Veranstaltungen bietet.
15 Jahre lang hat Wirtin Hannelore Ehlers diese Lücke mit ihrem Nachbarschaftsfest geschlossen. Wer mit ihr während des Festes sprechen will, muss Geduld haben. Ehlers hat alle Hände voll zu tun. Die Torten und Speisen bereitet sie selbst zu. Sie steht am Tresen, kümmert sich um den Aufbau und das Programm. „Das ist ein Haufen Arbeit“, sagt die Wirtin und lächelt dabei. „Anfangs war es ein kleines Fest“, erinnert sich Ehlers. Damals gab es keine Bühne. Die Band spielte unter einer kleinen Markise. „Ein Fest muss wachsen, das macht den Reiz aus.“ Aber inzwischen seien die Vorbereitungen zu aufwendig und zeitraubend.
Das Fest schätzen nicht nur die Bewohner im Wiesenhof. „Das ist schon toll, was die Wirtin auf die Beine stellt“, sagte Klaus Lampert. Der 68-Jährige besuchte das Fest zum ersten Mal. „Schade, dass ich das so spät entdeckt habe.“ Ganz kann es Ehlers dann doch nicht lassen. Künftig will sie ein kleines Fest organisieren: eine Sommerparty. „Die dauert dann aber nur einen Abend.“
