Wilhemshaven/Helgoland
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Mit drei langen Signalen aus dem Typhon verabschiedete sich die MS „Helgoland“ am Montagnachmittag von der roten Felseninsel. „Wir haben uns an die Strecke schon so richtig gewöhnt", meinte Kapitän Johann Schröder etwas wehmütig.310 Passagiere nahmen an der Saison-Abschlussfahrt der „Helgoland“ teil. Bereits kurz nach dem Ablegen in Wilhelmshaven hatte AG-Ems-Vorstand Dr. Bernhard Brons den geladenen Gästen mitgeteilt: „Wir sind sehr zufrieden, wie es gelaufen ist – im nächsten Jahr geht es weiter.“
Wie berichtet, hatte sich die Emder Reederei Anfang dieses Jahres entschieden, von der Jadestadt aus einen täglichen Seebäderdienst nach Helgoland anzubieten. Brons und die Crew an Bord wissen, dass die Fähre angesichts ihrer Rumpfform in Schifffahrtskreisen anfangs verächtlich als „Schuhkarton mit 'ner Schraube dran“ belächelt wurde. Sie nehmen es jedoch gelassen: „Dafür haben wir von allen Schiffen das großzügigste Raumangebot“, weiß der Erste Offizier, Jonny Kadow.
Tatsächlich gibt es an Bord fünf Salons mit 700 Sitzplätzen, Kino und Spielecke. Das Autodeck war für die Helgoland-Fahrt zu einem Stranddeck mit Strandkörben und Liegen umfunktioniert worden. An Oberdeck gibt es noch einmal rund 550 Sitzplätze.
Auch die Konkurrenz der Katamarane scheut die Crew nicht. „Die sind zwar schneller, dafür können die Leute aber nicht an Deck sitzen – und das ist schlimm bei schönem Wetter", meinte Jonny Kalow. „Die Reise auf dem Schiff ist das Ziel“, sagte Dr. Bernhard Brons zu den Vorteilen einer Helgoland-Fahrt mit einem traditionellen Schiff. Helgolands Kurdirektor Christian Lackner kam zum Saisonabschluss noch einmal mit einem Börteboot an Bord. „Wir haben über das Schiff keine einzige Klage gehört“, sagte Lackner. Vor allem freute sich der Kurdirektor darüber, dass es in diesem Jahr mit den Besucherzahlen auf Helgoland wieder aufwärts geht.
Das liegt seiner Meinung nach auch daran, dass es nach einjähriger Pause wieder eine tägliche Bäderschiff-Verbindung von der Jadestadt zum roten Felsen gibt. Profitiert hat laut Lackner ebenfalls der Verkauf zollfreier Waren, die wichtigste Einnahmequelle auf der Insel.
Gestern Morgen ist die „Helgoland“ von Wilhelmshaven aus in Richtung Ems ausgelaufen. Nun wird das Schiff wieder im Fährverkehr nach Borkum eingesetzt. Rechtzeitig zu den Pfingsten 2007 soll die „Helgoland“ jedoch wieder im Seebäderdienst zwischen der Jadestadt und Helgoland eingesetzt werden.
„Wir werden bis dahin noch am Produkt feilen“, sagte AG-Ems-Touristik-Leiter Peter Eesmann. Vielleicht spendiert die Reederei ja ein neues Horn, um bei der Begrüßung im Frühjahr die anderen Schiffe zu übertönen.
