Wilhelmshaven - Strahlende Kinderaugen am Montag in der Kindertagesstätte „Arche Noah“. Für die drei Kita-Gruppen gab es reich gedeckte Tische mit neuem Spielzeug. Steckenpferde, ein Friseur-Spielset, Holz-Spielsachen, eine Torwand, Playmobil und Lego: Die Kinder konnten im Vorfeld ganz demokratisch selbst entscheiden, was angeschafft werden sollte. Auch im Außenbereich gab es Neuerungen, darunter eine kleine Sitzgruppe, ein Spielhäuschen im Wert von über 1000 Euro und zwei stabile Holzpferde.
Eine Spende in Höhe von 4000 Euro seitens der Initiative „Wilhelmshaven testet“ machte das alles möglich. Die „Arche Noah“ an der Zedeliusstraße wurde von Martina Vienup als Empfänger vorgeschlagen. Vienup arbeitet hauptsächlich als sogenannte „Qualitätskraft“ in der Kindertagesstätte und hat die Test-Initiative als eine von rund 200 Ehrenamtlichen unterstützt.
Rund 350.000 Euro ausgeschüttet
„Uns war wichtig, dass die Ehrenamtlichen vorschlagen, was mit dem Erlös passieren soll. Denn sie haben das Geld schließlich mit ihrer Arbeit auch erwirtschaftet“, sagt Pastor Bernd Busemann, mit dem damaligen Leiter der Evangelischen Familien-Bildungsstätte, Pastor Rüdiger Schaarschmidt, einer der Initatoren von „Wilhelmshaven testet“.
In zwei Ausschüttungen konnten insgesamt 350 000 Euro an Projekte, Vereine und Institutionen in Wilhelmshaven und Umgebung gespendet werden. Rüdiger Schaarschmidt sagt: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass das Geld, was hier erwirtschaftet wurde, auch hier in der Region bleiben sollte“. Man wolle durch die Spenden nachhaltige Effekte schaffen und Organisationen und Einrichtungen helfen, die in der Pandemie besonders unter Druck standen. „Als evangelische Kirche betreiben wir ja selbst auch Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Die Corona-Zeit war für alle schwer, aber ich denke, dass gerade die Kita-Mitarbeiterinnen zu den Leuten gehörten, die besonders harte Arbeit leisten mussten“, sagt Bernd Busemann.
„Wilhelmshaven Testet“ schützte schwächste der Gesellschaft
Für die katholische Kindertagesstätte bedeutet die Unterstützung auch eine deutliche Aufwertung des räumlich kleinen Außengeländes. Und groß war natürlich die Aufregung bei den Kleinen, als etwa die Spielhütte angeliefert wurde.
In der Nachbetrachtung zeigen sich Busemann und Schaarschmidt stolz, was alle Beteiligten gemeinschaftlich geleistet haben. Schon früh habe man mit Testangeboten angefangen, als es noch keine beschlossene Kostenübernahme durch den Bund gab. Auch habe die enge Vernetzung der kirchlichen Organisationen geholfen, schnell entsprechende Strukturen aufzubauen. „Dass wir am Ende so viel spenden konnten, war ursprünglich nicht unsere Absicht. Es ging darum, die Schwächsten in der Gesellschaft in der Coronazeit zu schützen“, sagt Bernd Busemann.
