Wilhelmshaven - Die Peine GmbH hat beim Amtsgericht Wilhelmshaven einen Insolvenzantrag gestellt, wie die Wilhelmshavener Zeitung berichtet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Michael Waculik (Jever), der bereits 2009 die Peine-Gruppe mit damals rund 150 Mitarbeitern – erfolgreich – durch eine Insolvenz geführt und damit saniert hat. Aktuell beschäftigt die in Wilhelmshaven beheimatete Peine GmbH rund 50 Mitarbeiter vor Ort und im Verkauf. Das Unternehmen vertreibt weltweit nach deutschen Qualitätsstandards in China produzierte Herren-Oberbekleidung der Marken Masterhand und Barutti.

In einer Betriebsversammlung sagte Rechtsanwalt Waculik der Belegschaft, dass er den Betrieb vorerst aufrecht erhalten wolle. Er beabsichtige, die Insolvenzgeldansprüche der Arbeitnehmer während des vorläufigen Insolvenzverfahrens vorzufinanzieren. Zunächst werde er sich einen Überblick über die Lage verschaffen und in den nächsten Wochen die Möglichkeiten einer Sanierung prüfen, sagte Waculik gegenüber der Redaktion. Offenbar gebe es Interessenten für das Unternehmen. Wie aber genau deren Pläne und Vorstellungen aussehen, werde sich zeigen.

Die Peine-Mitarbeiter seien seit März 2020 in Kurzarbeit. Die Peine GmbH schrieb ohnehin schon seit Jahren rote Zahlen. Hauptgesellschafter des Unternehmens ist die chinesische Unternehmensgruppe Shandong Ruyi Technology. Für Ruyi soll das Engagement in Wilhelmshaven vornehmlich strategische Gründe gehabt haben – als Basis für den Einstieg in den europäischen Modemarkt. Waculik bedauert den drohenden Rückzug der Chinesen. „Das war sicher ein finanzstarker Partner.“