Wilhelmshaven - Wilhelmshavens Wochenmärkte sollen die Stadtkasse weniger belasten und gleichzeitig attraktiver werden. Aus diesem Grund arbeitet die Wirtschaftsförderung der Stadt derzeit gemeinsam mit den Marktbeschickern an einem Konzept. Dazu hat es bereits eine Umfrage unter der Beschickern gegeben und im Januar soll ein gemeinsamer Workshop folgen. Das verkündete Wilhelmshavens Wirtschaftsförderer Alexander Leonhardt am Montag im städtischen Finanzausschuss und sorgte dabei für Irritationen bei einigen Ratsmitgliedern.

Denn eigentlich hatte der Rat im Rahmen der Haushaltskonsolidierung beschlossen, dass der Wochenmarkt nicht mehr von der Stadt organisiert werde und stattdessen eine externe Organisation gesucht werden soll. Im Gespräch war damals vor allem die sogenannte Marktgilde, worauf auch am Montag Ratsmitglieder aus Reihen der SPD und CDU verwiesen. Im Haushaltskonsolidierungskonzept steht auch explizit, dass der Wochenmarkt an die Marktgilde vergeben werden soll, auch wenn im Vorfeld des Beschlusses mehrfach vonseiten der Verwaltung darauf hingewiesen wurde, dass die Marktgilde nur ein möglicher Kandidat sei.

Dass sich die Wirtschaftsförderung nun einschaltet, sieht Oberbürgermeister Carsten Feist (parteilos) nicht als Widerspruch. „Die Wirtschaftsförderung organisiert im Moment den Moderations- und Diskussionsprozess mit den Beteiligten“, sagte Feist im Finanzausschuss. Es gehe darum, eine optimale Lösung zu finden.

Alexander Leonhardt betonte, dass es vor allem darum gehe, dass Defizit wegzubekommen. Das sei der Kern des Haushaltskonsolidierungskonzepts. Weiterhin versuche man gemeinsam mit den Beschickern, den Markt attraktiver zu gestalten, etwa durch längere Öffnungszeiten oder ein breiteres Angebot. Zudem wolle man prüfen, wie sich der Markt besser bewerben lasse, zum Beispiel bei Hotelgästen. „Es ist genau unser Job, zu versuchen, solche Dinge zu verbessern“, sagte Leonhardt und reagierte darauf auf die Kritik, warum sich die Wirtschaftsförderung in das Thema einschalte.

Dass die externe Vergabe beschlossen worden ist, hatte in der Vergangenheit auch zu Kritik geführt. Vor allem die SPD war gegen die Marktgilde und verwies auf die Beschicker, die mit einer solchen Lösung unzufrieden seien.

Suntke Pendzich
Suntke Pendzich Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung