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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

BÜHNENTAG: Plattdeutsch schlägt hohe Wellen

26.05.2009

Neben den langjährigen Mitgliedern konnte der Nachwuchs sein Können unter Beweis stellen. Er präsentierte u. a. eine eigene Version von „Romeo und Julia“.

Von Stephan Giesers

Wilhelmshaven Sonntag im Stadttheater: Hinter dem Vorhang poltert es, als würde sich ein Unwetter zusammenbrauen. Als sich der Vorhang öffnet, wird es ganz still. 64 Jugendliche von niederdeutschen Bühnen aus Norddeutschland haben ihre Version von „Romeo und Julia“ auf die Beine gestellt – als atemberaubende Choreographie, die sie in nur neun Stunden während eines Jugend-Workshops erarbeitet haben.

Die Arbeit der Jugendlichen im Alter von zehn bis 20 war Teil des großen gemeinsamen Bühnentages der Niederdeutschen Bühnenbünde. Die kleine Aufführung am Sonntag war einer der Höhepunkte, der vor allem den „alten Hasen“ Mut machen dürfte. Am Ende gab es viel Applaus, stehende Ovationen und die Zuversicht, dass die für das niederdeutsche Theater so wichtige Jugendarbeit Früchte trägt.

Um Nachwuchsförderung ging es während des Bühnentages immer wieder. Über 400 Aktive von 24 niederdeutschen Bühnen aus Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern trafen sich von Donnerstag bis Sonntag in Wilhelmshaven. Das Motto: „Klassiker op platt – geiht denn dat?“ Ausrichter war in diesem Jahr der Bühnenbund Niedersachsen-Bremen. Für die Organisation sorgte das Wilhelmshavener „Theater am Meer“.

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigten sich die beiden Wilhelmshavener Bühnenleiter Marion Zomerland und Arnold Preuß. Vor allem lobten sie die tolle Leistung der Jugendlichen und das abwechslungsreiche Theaterprogramm der Tagung. So zeigte die Niederdeutsche Bühne Neumünster das Stück „Romeo und Julia“. Die Stralsunder führten „Betahlt ward nich“ auf. Und die Wilhelmshavener präsentierten ihr Stück „In’ witte Rössl“. „Die Auswahl von ernsten und komischen Stücken hat gezeigt, was möglich ist“, sagte Preuß. Zudem sei er über das hohe Spielniveau der Bühnen erfreut. „Da hat sich auch gezeigt, dass sich die Zusammenarbeit mit Profi-Regisseuren auszahlt.“

Mit dem Jugendtheaterworkcamp stellen sich die Niederdeutschen Bühnen dem demografischen Wandel und leisten einen wichtigen Beitrag für die Erhaltung der niederdeutschen Mundart. Schon während der Proben in der Sporthalle Süd wurde deutlich, dass niederdeutsches Theater Brücken schlagen kann. Mit dem Theaterpädagogen Claus Gosmann aus Emden erarbeite der Nachwuchs nicht nur die beeindruckende Choreografie, sondern in kleinen Gruppen auch einzelne Szenen. Dabei ging es um Spiel und Improvisation.

Beinahe eine Tragödie war allerdings die Verleihung des Karl- Mahnke-Theaterpreises, der junge Nachwuchsautoren würdigt. Gerade zwei hatten Stücke eingereicht und gingen dann doch leer aus, weil die Arbeiten nicht den strengen Kriterien entsprachen. Besonders traurig: auch der Willy-Beutz- Schauspielpreis konnte nicht vergeben werden. Drei Bewerbungen waren eingegangen. „Die Qualitätsmerkmale wurden nicht erfüllt“, erklärt der Sprecher der Jury, Herwig Dust.

Am Ende wurden zumindest das Theater Braunschweig und die Niederdeutsche Bühne Brake mit jeweils 500 Euro bedacht, „als Anerkennung für ihren Mut, sich an ernste und außergewöhnliche Themen zu wagen“, so Dust.

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