Wilhelmshaven - Schon weit im Vorfeld war der Auftritt der Band „Echoes“ im Pumpwerk ausverkauft. „Das ist heute keine Selbstverständlichkeit“, dankt Sänger Oliver Hartmann zum Auftakt. „Echoes“ interpretiert Songs von „Pink Floyd“, indem sie auf alles Elektronische, von Mikrofonen abgesehen, verzichtet. So wird auch „Barefoot to the moon“ zum berauschendes Akustikprogramm.

Das Publikum lauscht andächtig, als es mit „Shine on you crazy diamond“ losgeht. Die Instrumente, mit denen die ersten Töne erzeugt werden, sind für eine Rockband durchaus nicht alltäglich. Da werden auf Gläsern durchgehende Klänge erzeugt, unterbrochen von Einwürfen der Klarinette. Viele Gäste fühlen sich scheinbar in ihre Discozeiten zurückversetzt, legen mit geschlossenen Augen den Kopf in den Nacken oder wippen den Rhythmus mit. Lange klingen Gitarrentöne nach, begleitet vom Schnarren einer riesigen Bassklarinette.

„Echoes“ folgt einer perfekten Choreografie und steht dem Original in nichts nach. So wird der flotte Beat von „Have a cigar“ gleich mitgeklatscht. Lichteffekte setzen die knackigen Saxofonstöße in Szene. „Seit 25 Jahren gibt es unsere Band, seit 20 Jahren mit mir als Frontmann, damals war ich 18“, scherzt Hartmann. Wie könne man das Material von „Pink Floyd“ kreativer angehen als rein akustisch, fragt er. Man nimmt einfach den Bombast des Lichts heraus und reduziert die Musik auf ihren wunderschönen Kern, ohne sie zu begrenzen, erklärt Hartmann. Deshalb habe man auch ein Streichquartett aus Prag mit einbezogen. „Dadurch haben wir uns außerdem verjüngt“, führt der Frontmann einen weiteren Vorteil an.

„Welcome to the machine“ bietet den Streicherinnen die erste Entfaltungsmöglichkeit, ihre Saiten sphärisch klingen zu lassen, während die Singstimme hallt. Für „Wish you were here“ spielt das Quartett mehrere Stücke an, symbolisch dreht dazu ein Bandkollege an einem Radio.

An das Stück „Echoes“ habe man sich erst im dritten oder vierten Jahr herangetraut, erzählt Hartmann. Es bietet alles auf, vom Beckenscheppern und Saitenquietschen, als ob Außerirdische Kontakt aufnehmen wollten, über Sopransaxofon bis zum Quartett und dem Piano.


Mit einem Wecker und dazu klackenden Gitarrentönen geht es nach der Pause weiter. Wieder ist der Rhythmus so lässig wie das Lebensgefühl von „Pink Floyd“. Die Songs „Time“ und „Breathe“ werden erstklassig gemischt. Natürlich steht auch „Brick in the wall“ auf der Setlist. Gekonnt wird darin „Happiest days of our lives“ eingefügt. Dem folgen ein musikalischer Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Gitarristen Jeff Beck sowie mit „Comfortably numb“, einer der schönsten Songs der Band zum Finale.

Zur Umsetzung der typischen Samples von „Pink Floyd“ wird das Streichquartett bei den Zugaben mit Perkussion ausgestattet und alle zehn Bandmitglieder stehen zeitgleich auf der Bühne. Der Schlussapplaus unterstreicht, wie begeistert das Publikum von dieser Zeitreise ist.