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RAFFINERIE Verbände sorgen sich um Biotope

Wilhelmshaven/Hannover

/LR

Die Planungen für eines der größten Bauprojekte in Deutschland bei Wilhelmshaven lassen bei den Umwelt- und Naturschutzverbänden in Niedersachsen Befürchtungen wachsen: Mit einer Investitionssumme von etwa zwei Milliarden Euro will der amerikanische Energiekonzern Conoco-Phillips die Wilhelmshavener Raffinerie (WRG) erweitern.

„Ziel ist es, stärker schadstoffhaltiges Rohöl aus Russland (REBCO-Qualität) verarbeiten zu können“, vermutet Dr. Christian Eberl, Vorsitzender des Naturschutzverbandes Niedersachsen (NVN). Die WRG gehört zu den größten Raffinerien Europas.

Derzeit läuft – wie berichtet – das Genehmigungsverfahren. Die abschließende konzerninterne Entscheidung über das Projekt wird für den Sommer erwartet. Der Genehmigungsantrag der WRG soll am 3. März in Wilhelmshaven öffentlich erörtert werden.

„Der Änderungsantrag orientiert sich nicht an der Vorgabe der Vermeidbarkeit von schädlichen Einwirkungen auf die Umwelt im Rahmen des technisch Machbaren, sondern ausschließlich an der Wirtschaftlichkeit und dem Wunsch, sich der veränderten Produktennachfrage des Marktes anzupassen. Naturschutzfachliche Standards werden nicht abgearbeitet", kritisiert Dr. Marita Wudtke, vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einer gemeinsam mit NVN, der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH), dem Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) Niedersachsen verfassten Erklärung. Selbst der Betreiber gestehe erhebliche Beeinträchtigungen durch Baulärm, dauerhaften Betriebs- und Verkehrslärm und Luftschadstoffe für das EU-Vogelschutzgebiet Voslapper Groden Nord ein.

„Das Naturschutzgebiet Voslapper Groden Süd wird bereits durch den Bau und die Verkehrsanbindungen des neuen JadeWeserPorts sowie des Electrabel-Kohlekraftwerks erheblich verlärmt, so dass Brutvögel wie Blaukehlchen, Rohrdommel und Wachtelkönig als Ausweichmöglichkeit nur den Voslapper Groden Nord haben. Den gilt es also besonders zu schützen!“, fordert Elke Meier vom NABU.

Durch die Grundwasserabsenkungen an der Baustelle werde es zu Boden- und Biotopschädigungen im Vogelschutzgebiet kommen. Amphibien und Vögel, darunter zahlreiche Rote-Liste-Arten, würden in ihren Lebensräumen massiv beeinträchtigt. Die Naturschutzverbände fordern ein Monitoring der ökologisch relevanten Umwelt- und Bestandsdaten. In ihren Stellungnahmen fordern die Verbände, die Umweltstandards der Raffinerie deutlich zu verbessern.

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