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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Riesige Raupe windet sich durch Region

03.04.2006

Wilhelmshaven Es ist schon einige Jahre her, als im Eon-Kraftwerk auf dem Rüstersieler Groden einer der beiden riesigen Transformatoren mit einem Defekt ausfiel. Ein neuer wurde installiert, und den alten überholten die Techniker vollständig. Sie stellten ihn als Ersatz auf die Anlage. Nun fiel im Kraftwerk Emden ein Transformator aus. Energie konnte nicht mehr mit Volllast produziert werden. Ersatz musste her – aus Wilhelmshaven.

Der Ersatz freilich ist nicht so einfach auf irgendein x-beliebiges Gefährt zu laden. Schließlich wiegt er 210 Tonnen und ist neun Meter lang, 4,60 Meter breit und bringt es mit fahrbarem Untersatz auf eine Höhe von sechs Metern – und das alles ohne die Isolatoren-„Kerzen“.

Wie also bringt man ein derartiges Stück von Wilhelmshaven nach Emden – zügig und vor allem sicher? Mehrere Transportmöglichkeiten zu Lande und zu Wasser wurden erwogen und verworfen. Am Ende blieb der Schwertransport auf Rädern.

Ein Unternehmen aus dem Raum Siegburg ist eines der ganz wenigen, die derartige Aufgaben zu bewältigen in der Lage sind. Das etwa 15-köpfige Team rückte an. Die Route lag schnell fest: Vom Kraftwerk ging es auf den Friesendamm, nach rechts in die Posener Straße, durch das Deichschart auf die Straße „Am tiefen Fahrwasser“, die Raffineriestraße, nach rechts in die Utterser Landstraße, durch Sengwarden.

Dann rollte die riesige Raupe über die Stadtgrenze, wurde durch Sillenstede bewegt und wand sich auf die Bundesstraße 210 neu. Es ging westwärts, an Wittmund vorbei, durch Aurich und Emden zum Ziel.

Der gesamte Zug ist rund 85 Meter lang und 500 Tonnen schwer. Die Last verteilt sich auf zwei Trägerfahrzeuge mit jeweils 16 Achsen. Damit nicht genug: Bei der Passage von Brücken kann – so wird der Druck minimiert – ein drittes Gefährt mit weiteren 16 Achsen dazwischengeschoben werden. Das war bei zwei Brücken in Ostfriesland erforderlich. Die Sehleute am Rand der Raupen-Piste staunten über den Riesen, auch darüber, wie Verkehrsschilder oder anderes entfernt wurde, um ein sicheres Passieren zu ermöglichen. Und Technik-Experten staunten: Was mit den vielen Achsen so aussieht wie die Groß-Ausgabe eines der Diesel-Riesen, die durch das australische Outback brettern, hat ein von leistungsfähigen Computern gestütztes Innenleben, mit dem nahezu jedes Rad einzeln zu beeinflussen und sogar der Gewichtsdruck zu verlagern ist. Dennoch hatte es gestern Morgen bei der Abfahrt drei Stunden Verspätung gegeben: Auf Anordnung des bei der Polizei für den Transport verantwortlichen Beamten waren noch

letzte Abstimmungen mit dem Landesamt für Straßenverkehr über die genaue Länge zu tätigen.

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