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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Gedenken: Rückkehr an Orte mit schrecklicher Vergangenheit

02.04.2012

WILHELMSHAVEN Die Erinnerungen verbinden: „Wij niet vergeten“, steht auf der Schleife am Trauerkranz. „Wir vergessen nicht.“

Gerrit Dijk aus dem niederländischen Hoogkarspel legt den Kranz nieder. Er hält inne, faltet die Hände und blickt auf den Gedenkstein am Ende des Mühlenweges. Hier befand sich das Lager „Schwarzer Weg“, in dem viele Menschen während der NS-Zeit starben und unbeschreibliches Leid erfahren mussten. Mehr als 1000 Männer waren auf engstem Raum in drei unbeheizten Baracken untergebracht. Es gab kein Wasser, keine Toiletten, keine Medikamente. Die Häftlinge wurden kahlrasiert, trugen ein gelbes „H“ auf dem Rücken.

Es war ein schrecklicher Ort. Auch für Gerrit Dijk. Als 19-Jähriger war der Niederländer im Lager „Schwarzer Weg“ inhaftiert, musste als Zwangsarbeiter schuften. Nach sechs Wochen gelang ihm die Flucht. Trotzdem kehrt der 86-Jährige regelmäßig hierher zurück.

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„Ich hatte die Wahl: Fliehen und leben oder bleiben und sterben“, sagt er leise und liest die Namen jener Niederländer vor, die im Lager „Schwarzer Weg“ starben. Dijk gehört zu den Niederländern, die seit 1990 offiziell zum Gedenken an die Naziopfer nach Wilhelmshaven kommen. Am Sonnabend waren es rund 60 Teilnehmer, die zunächst am ehemaligen Konzentrationslager am Alten Banter Weg einen Kranz und Blumen niederlegten. Unter den Teilnehmern waren viele Angehörige von Opfern sowie fünf ehemalige Gefangene. Marry van Dolzer-Fox, Enkelin eines Opfers, reiste sogar aus Texas an.

Begleitet wurde die niederländische Delegation unter anderen von Karl-Heinz Fürst von den Wilhelmshavener IG-Metall-Senioren. Er ist einer der Initiatoren dieser Treffen und hält den Kontakt zu den Niederländern seit vielen Jahren aufrecht. Bürgermeister Fritz Langen nahm ebenfalls teil, ebenso viele Vertreter aus dem Rat der Stadt. Langen betonte, dass die jährlichen Besuche dazu beigetragen hätten, dass sich Niederländer und Deutsche nähergekommen sind. Zudem sei es wichtig, die Erinnerungen wach zu halten. Auch für kommende Generationen. „So unbegreiflich es erscheint – immer noch gibt es Auswüchse von Terror und Rassenwahn. Gerade deshalb ist es wichtig , das zu bewahren, was Untaten bezeugt und uns zur Mahnung geworden ist.“

Durch die regelmäßigen Besuche seien viele Freundschaften entstanden, sagte Fokeline Alta-Dijkstra, Vorsitzende des Vereins der ehemaligen niederländischen Gefangenen. Das Miteinander und die Trauerarbeit seien wichtig für die Völkerverständigung und Aussöhnung.

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