Wilhelmshaven - Kurz nach 3 Uhr am Freitag: Mitten in der Nacht dröhnen laute Geräusche durch den Stadtnorden, viele Bürgerinnen und Bürger werden aus dem Schlaf gerissen. In sozialen Medien wird diskutiert, woher der Lärm kommen könnten – die Tendenz geht in Richtung Rammarbeiten für das zweite LNG-Terminal in Wilhelmshaven. Die Freude über den unsanften Weckdienst, der offenbar in erster Linie Voslapp, Altengroden, Neuengroden und Rüstersiel betraf, war entsprechend gering. „Ich werde wirklich selten wach, aber ich dachte, dass jemand die Tür eintreten würde“, schreibt ein Betroffener. Auch von einer „angezeigten Ruhestörung“ wird berichtet.

„Wir haben insgesamt acht Anrufe erhalten, davon fünf in der Nacht, die sich über mögliche Rammarbeiten beklagten beziehungsweise erkundigten“, erklärt Tina Albers, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, auf Nachfrage dieser Zeitung. Ein Streifenwagen sei daraufhin gegen 3.20 Uhr in Richtung des LNG-Terminals gefahren, allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse. Da die vermeintlichen Arbeiten kurze Zeit später – etwa gegen 3.30 Uhr – offenbar eingestellt wurden, konnten die Beamten nicht orten, von wo genau der Lärm kommt. Dennoch nimmt die Polizei die Anrufe zum Anlass, dem Ganzen auf den Grund zu gehen und zu ermitteln, was mitten in der Nacht passierte.

Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg, das auch für die Stadt Wilhelmshaven verantwortlich ist, erklärte auf Anfrage, dass es mit den Arbeiten der Firma FSRU Wilhelmshaven GmbH zur Errichtung der Infrastrukturanlagen für das geplante Flüssiggasterminal in Wilhelmshaven, Voslaper Groden Nord, zusammenhängt.

„Planmäßig sollten die Bautätigkeiten von 7 bis 20 Uhr erfolgen. Die Arbeiten dürfen, sofern es aus betriebstechnischen Gründen erforderlich ist, aber auch in den Nachtzeiten ausgeführt werden“, erklärte Behördenleiter Jerzy Gohlke, der zugleich etwas Entwarnung gab: „Nach Mitteilung des Vorhabenträgers sollen die Rammarbeiten mit dem heutigen Tag abgeschlossen sein und das Schiff ,Seajacks Scylla“ die seeseitige Baustelle verlassen“.

Michael Hacker
Michael Hacker Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung