Sanderbusch/Wilhelmshaven - Die jüngsten Corona-Impfungen von Beschäftigten des Klinikums Wilhelmshaven und der Friesland-Kliniken haben in einem unerwartet hohen Maße zu krankheitsbedingten Ausfällen geführt. Nebenwirkungen traten bei der überwiegenden Anzahl der Geimpften auf.
Wie der Geschäftsführer der Friesland-Kliniken, Frank Germeroth, der Redaktion bestätigte, gab es in den Krankenhäusern in Sanderbusch und Varel eine größere Zahl von Krankmeldungen. Geimpfte klagten über teilweise erhebliche Nebenwirkungen wie Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Fieber.
Große Zahl von Krankmeldungen
Das Klinikum Wilhelmshaven meldete am Dienstagabend ähnliche Vorfälle. Dort sind seit Montag über 110 Mitarbeiter geimpft worden. „Am Tag nach der Impfung mit dem Impfstoff der Firma AstraZeneca haben sich vermehrt Mitarbeiter krank gemeldet, weil Krankheitssymptome bei ihnen auftraten.“ Ähnliches war bereits aus dem Krankenhaus in Emden gemeldet worden.
In den Friesland-Kliniken sind inzwischen 100 Mitarbeiter geimpft worden. Auch dort führt man die gesundheitlichen Probleme auf den Impfstoff von AstraZeneca zurück. Dieser kam in Friesland am Donnerstag zum ersten Mal zum Einsatz. Bei vorherigen Impfungen im Krankenhaus mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer habe es hingegen kaum Probleme gegeben, so Germeroth. Bemerkenswert ist auch, dass bei AstraZeneca schon die erste von zwei Dosen die Probleme auslöste. Bei dem Impfstoff von Biontech führe eher die zweite Impfung, die so genannte „Boosterimpfung“, dazu.
Neue Impfreihenfolge im Wilhelmshavener Klinikum
In Friesland geht der leitende Impfarzt, Dr. Henning Fründt, aktuell der Frage nach, ob die Zugabe von einem anderen Wirkstoff helfen kann, die Nebenwirkungen gering zu halten. Es geht laut Germeroth auch darum, dass die Impfbereitschaft nicht unter den Berichten leidet.
Wegen der anhaltenden Impfstoffknappheit habe man nicht die Wahl, auf einen anderen Impfstoff zu warten. AstraZeneca ist wegen Zweifeln am Wirksamkeitsgrad bei älteren Geimpften nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen worden. Auf jeden Fall ist auch geplant, nicht komplette Abteilungen auf einmal zu impfen, sondern über die Häuser zu verteilen, damit die Ausfälle den Krankenhausbetrieb nicht beeinflussen.
In Wilhelmshaven hat die Corona-Taskforce des Klinikums in Absprache mit dem Gesundheitsamt und dem Leiter der Berufsfeuerwehr entschieden, die Impfreihenfolge im Haus zu ändern, um die Betriebsfähigkeit jederzeit sicher zu stellen. Künftig soll aus einzelnen Bereichen jeweils nur eine begrenzte Zahl von Mitarbeitern zu Impfterminen eingeladen werden. Dadurch will man gewährleisten, dass die Patientenversorgung auch dann sichergestellt ist, wenn Mitarbeiter durch Impfnebenwirkungen ausfallen sollten.
