Wilhelmshaven
Als Oberbürgermeister Eberhard Menzel gestern Mittag in einem Pressegespräch offiziell den Beginn der Sanierungsarbeiten an der Integrierten Gesamtschule verkündete, wurden seine Worte bereits vom Kreischen einer Flex untermalt. Erst einmal würden die Voraussetzung für die Umbaumaßnahmen geschaffen, erläuterte Architekt Dirk Lohe. Dazu gehört die Installation eines provisorischen Heizkessels.Die neue Heizanlage ist Startpunkt der Sanierung und energetischen Optimierung des 34 Jahre alten Schulgebäudes an der Friedenstraße. Kosten von 5,8 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, die Bund, Land und Stadt zu gleichen Teilen aufbringen – eine Maßnahme, die durch das Konjunkturprogramm 1 der Bundesregierung ermöglicht wird. Mit der Verlegung der Leitungen soll in den Herbstferien begonnen werden.
Dass am Ende der etwa zwei Jahre dauernden Arbeiten die IGS – wie Oberbürgermeister Menzel sagte – eine äußerlich „völlig neue Schule“ sein wird, ist jedoch vor allem auf die Umgestaltung der Fassade zurückzuführen. Die derzeit weißgrauen Betonfertigteile werden mit sibirischem Lärchenholz – nachwachsend und damit ökologisch unbedenklich – verkleidet. Das Holz werde auf Dauer eine naturgraue Tönung annehmen. Zwischen Holz und Beton findet eine 18 Zentimeter dicke Wärmedämmung Platz.
Die Verblenderflächen werden durch grüne Fasereternitplatten ersetzt, die alten Fenster durch neue mit roten hochwärmegedämmten Aluminiumrahmen. Alle Maßnahmen zusammen sollen den Energieaufwand auf ein Drittel reduzieren, wie Oliver Leinert, Betriebsleiter von Grundstück und Gebäude der Stadt Wilhelmshaven (GGS) erläuterte. Die Arbeiten werden in vier Abschnitten ausgeführt, so dass der Schulbetrieb möglichst wenig beeinträchtigt wird. In der Schule wurde eine koordinierende Arbeitsgruppe eingerichtet. Schulleiter Gerhard Hildebrandt verwies auf die Erfahrungen, über die die IGS mit vergleichbaren Situationen etwa nach dem Brand vor zwölf Jahren bereits verfügt. Seine Stellvertreterin Monika Frank-Ohls ist froh, dass es nun doch gelungen ist, eine Auslagerung von Teilen der Schule und den damit verbundenen Pendelverkehr von Schülern und Lehrern durchs Stadtgebiet zu vermeiden. Statt dessen wird neben dem Bolzplatz ein Containerdorf aufgebaut, in das jeweils sechs Klassen ausquartiert
werden können.
Oberbürgermeister Eberhard Menzel hofft, dass nun auch noch Fördermittel für die Sporthalle lockergemacht werden können.
