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Havarie auf der Nordsee Neuer Marinehubschrauber rettet in seinem ersten Einsatz einen Überlebenden

Wilhelmshavener Zeitung
Seit Juli dieses Jahres unterstützt der neue Marinehubschrauber NH-90 „Sea Lion“ den SAR-Dienst an der Nord- und Ostseeküste.

Seit Juli dieses Jahres unterstützt der neue Marinehubschrauber NH-90 „Sea Lion“ den SAR-Dienst an der Nord- und Ostseeküste.

Bundeswehr/Julia Kelm

Nordholz/Wilhelmshaven - Bei ihrer ersten großen Seenotrettungsaktion haben Marinehubschrauber vom Typ NH-90 „Sea Lion“ einen der Seeleute des gesunkenen Frachters gefunden und lebend retten können. „Wir waren um viertel nach sechs vor Ort“, berichtet NH-90-Pilot Fregattenkapitän Jan H. „Mit Hilfe unserer Nachtsichtbrillen haben wir recht schnell einen der Schiffbrüchigen gefunden und ihn mit dem Netz an Bord gewinscht. Er hat echt Glück gehabt.“ Den unterkühlten Seemann hat der Marinehubschrauber anschließend sofort an Land zur medizinischen Versorgung gebracht.

„Sea Lion“ schnellan Unglücksstelle

Gegen 5 Uhr am Dienstagmorgen waren südwestlich der Insel Helgoland bei Dunkelheit und schwerem Wetter mit bis zu drei Meter hohen Wellen die Frachter „Polesie“ und „Verity“ kollidiert. Die kleinere, unter britischer Flagge fahrende „Verity“ ist dabei rasch gesunken: bereits um 5.20 Uhr war das 90 Meter lange Küstenmotorschiff von den Radargeräten verschwunden. Zuerst am Ort der Kollision waren ein Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger aus Helgoland und ein Hubschrauber vom Typ NH-90 „Sea Lion“ der Marine. Um halb sechs Uhr morgens alarmiert, war der Helikopter von der Marinefliegerbasis Nordholz gestartet.

Insgesamt fünfMarinehubschrauber

Schnell kamen nach Angaben der Marine weitere „Sea Lion“ und deren Vorgängermodell „Sea King“ hinzu. Im Laufe des Tages waren insgesamt drei NH-90 und zwei „Sea King“ in einem Wechselverfahren im Einsatz; zeitweise flogen damit drei Marinehubschrauber gleichzeitig über der Unglücksstelle beziehungsweise dem Suchgebiet. Die beiden Typen von Mehrzweckhubschraubern befinden sich seit Juli dieses Jahres in einem Parallelbetrieb für den Rettungsdienst „Search and Rescue“ (SAR/deu.: „Suche und Rettung“) über Ost- und Nordsee.

Die beteiligten Helikopter mussten hunderte Quadratmeilen Seegebiet absuchen. Hier ein Suchmuster auf der Konsole des Operateurs in der Kabine eines der beteiligten „Sea Lion“-Hubschrauber. BILD: Bundeswehr

Die beteiligten Helikopter mussten hunderte Quadratmeilen Seegebiet absuchen. Hier ein Suchmuster auf der Konsole des Operateurs in der Kabine eines der beteiligten „Sea Lion“-Hubschrauber. BILD: Bundeswehr

Pilot Jan H. gehört zu den Marinefliegern, die den „Sea Lion“ bei seiner Einführung mit übernommen haben. Vorher war er den „Sea King“ geflogen. Er berichtet, dass der akute Rettungseinsatz ihm bewiesen habe, welche Steigerung der Leistungsfähigkeit, neben den moderneren Sensoren, der neue Marine-Mehrzweckhubschrauber mit sich gebracht habe. „Die Performance ist im Vergleich zum ,Sea King’ deutlich besser“, sagt er. „So konnten wir zum Beispiel schneller am Einsatzort sein und der bessere Autopilot ist gerade bei schlechtem Wetter eine große Hilfe.“

Immer inBereitschaft

„Die Marine hält für Seenoteinsätze twenty-four-seven mindestens einen Hubschrauber an Nord- und Ostsee in Alarmbereitschaft, um im Seenotrettungsfall zu unterstützen“, erklärt der Kommandeur des Marinefliegerkommandos, Kapitän zur See Broder Nielsen. Die SAR-Besatzungen des Marinefliegergeschwaders 5 übten ständig Suche und Rettung von Schiffbrüchigen auf See, immer gemeinsam mit zivilen Seenotrettungsorganisationen.

Von der siebenköpfigen Mannschaft der gesunkenen „Verity“ konnten die Rettungskräfte letztlich zwei Mitglieder lebend und eines tot bergen. Vier weitere Seeleute gelten aktuell als vermisst.

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