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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

WIRTSCHAFT: Schrott verstärkt nach Asien exportieren

25.03.2009

Seit 1972 gibt es die Firma am Standort Emsstraße. Bis Mai wird dort eine neue, zehn Meter hohe Halle mit Verladeeinrichtungen für Container gebaut.

Von Maik Michalski

Wilhelmshaven Schrott kann auch optimistisch machen: „Wir müssen investieren und nicht wie viele andere den Kopf in den Sand stecken.“ Kurt Lange, Geschäftsführer der Jade-Stahl GmbH als Teil der Interseroh AG mit Sitz in Köln, blickt optimistisch in die Zukunft. Absatzkrise oder Rezession hin oder her.

Der Markt für Eisen- und NE-(Nichteisen)schrott ist total aufgeweicht. „Sieben Jahre lang haben wir 80 Prozent unseres Schrotts zum Stahlwerk in Bremen geliefert“, erklären Lange und Patrick Kalk, Prokurist und Abteilungsleiter NE-Metalle. Seit Oktober habe Bremen einen Einkaufsstopp für Schrott. Das Werk produziere, so Lange, nur noch 100 000 Tonnen Stahl pro Monat, normal wären 360 000 Tonnen gewesen.

„Jade-Stahl setzt verstärkt und dauerhaft auf den Export von Schrott“, sagt Lange. Es wird in die Zukunft investiert. Für 1,2 Millionen Euro baut Jade-Stahl bis Mai eine zehn Meter hohe Halle mit Verladeeinrichtungen für Container. „Wir sehnen den JadeWeserPort herbei“, gesteht Lange. Dann könnten Alu-Späne oder Elektromotoren auf kurzem Wege zum Tiefwasserhafen und nach Asien verschifft werden. „Wir wickeln derzeit 500 bis 1000 Tonnen über Hamburg, Bremen oder Rotterdam ab.“ Für Jade-Stahl ist es wichtig, dass die Schrottware überhaupt abgenommen wird. Normal fallen 80 000 Tonnen Stahlschrott und 36 000 Tonnen NE-Metalle pro Jahr an.

Derzeit verlassen jeden Tag 20 der Standardcontainer (20 Fuß) das Firmengelände mit Stahlschrott sowie zehn „Doppel-Container“ mit NE-Metallen – in Richtung Pakistan und Indien.

Größter Abnehmer von Schrott in Europa ist die Türkei (3 Millionen Tonnen pro Jahr), gefolgt von Spanien. Beide Länder sind dauerhaft auf Schrott angewiesen, da sie nur Elektro-Stahlwerke besitzen und keine mit Hochofen. In Asien sind die Hauptabnehmer China, Indien und Pakistan. Das Trio benötigt zusammen etwa 500 000 Tonnen pro Jahr. Lange geht davon aus, dass der deutsche Stahlmarkt in vier oder fünf Monaten wieder Fahrt aufnimmt und sich normalisiert. Die Stahlwerke in Bremen, Osnabrück und Lingen würden dann wieder per Lkw oder per Bahn mit Schrott beliefert. Normalerweise rollten allein 20 Container nach Bremen. Von der Emsstraße bis nach Sande fahren die Züge auf dem eigenen Gleis von Jade-Stahl. Der Geschäftsführer hatte kurzerhand im April 2008 den Gleiskörper auf der 7,4 Kilometer langen Strecke der Bahn abgekauft und die Fläche angemietet.

Schrott übers Wasser nach Asien exportieren und über die Schiene zu den Stahlwerken – das sind die beiden Standbeine, mit denen Jade-Stahl die Arbeitsplätze für die 100 Mitarbeiter dauerhaft sichern und sich ein Stück vom weltweiten Schrotthandel abschneiden möchte.

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