Wilhelmshaven
Stets wiederkehrende Diskussionen um Zusammenschlüsse im Sparkassenbereich – hier in Ostfriesland und dort in Oldenburg/Bremen – nimmt Rolf Brandstrup, Vorsitzender der Sparkasse Wilhelmshaven, zwar mit Interesse zur Kenntnis, sind für ihn jedoch nicht Anlass, sich an den Überlegungen zu beteiligen.Brandstrup sagte gestern in einem Gespräch mit dieser Zeitung, nicht nur er sehe die Sparkasse Wilhelmshaven sehr gut aufgestellt. Signale gegen die Bewahrung der Eigenständigkeit mache er nicht aus. Im Gegenteil: „Wir sind stark genug, unsere Selbstständigkeit zu erhalten. Von unserer Aufstellung und unserer Größe her ist alles richtig.“
Gleichwohl – so Brandstrup – sei die Sparkasse dabei, eine Diskussion über eine partielle Neuausrichtung zu führen. Sie sei zwar noch im Projektstadium, doch Ziele sind schon definiert: Es sind personelle und organisatorische Maßnahmen, um die Qualität der Kundenbetreuung weiter zu verbessern – natürlich auch mit dem Ziel, den eigenen Vertriebserfolg zu steigern. In dem Zusammenhang spiele die Standortfrage keine Rolle, sagte Brandstrup. An den derzeitigen Standorten werde nicht gerüttelt: „Präsenz in der Fläche – das ist Nähe zu den Kunden.“ Auch die immer wieder diskutierte Installation einer „Kreditfabrik“ im Nordwesten – etwa nach dem Vorbild Sparkasse Hannover/ Nord LB – sei „kein Thema“.
Brandstrup sagte, die Sparkasse hoffe im Zusammenhang mit den im Wilhelmshavener Osten vorgesehenen Milliarden-Investitionen auf das davon ausstrahlende Geschäft mit mittelständischen Kunden. Da könne man in großvolumigeren Einzelfällen sicher auch auf die bewährte Zusammenarbeit mit der Bremer Landesbank zurückgreifen.
Die Entwicklung auf dem Groden sei schon zu spüren: Das Interesse für den Wilhelmshavener Immobilienmarkt ist sehr deutlich gestiegen. Dabei gehe es in Einzelfällen schon um den Erwerb von 50 bis 100 Wohnungen. Brandstrup: „Das jetzt niedrige Preisniveau wird sich verändern. Dann geht der Weg hin zu attraktiveren Renditen.“ Davon profitiert wohl auch die Sparkasse selbst: Im City-Haus muss sie nach erfolgter Sanierung noch 2000 Quadratmeter Bürofläche vermieten.
