• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wilhelmshaven

St. Marien feiert mit Kindern und Enkeln

24.06.2006

Der Blick der Gemeinde geht über den 23. und 24. Juni 1956 hinaus, als Weihbischof Heinrich Baaken das damals außergewöhnlich moderne Gebäude liturgisch weihte. Er richtet sich auf die ersten Anfänge katholischen Gemeindelebens im Jadegebiet nach der Reformation. 1879 war an der Ansgaristraße die erste Marienkirche gebaut worden, die 1944 von Bomben völlig zerstört wurde.

In der Chronik „50 Jahre neue Kirche Sankt Marien Wilhelmshaven“ zeichnet Maria Theresia Haschke denn auch Wilhelmshavener Kirchengeschichte mit Beginn des Hafenbaus nach.

Es waren katholische Hafenarbeiter, für die am 12. August 1860 der erste katholische Gottesdienst im Jadegebiet nach rund 300 Jahren von dem in Varel angesiedelten Missionar Schrandt gehalten wurde. Erst nachdem 1872 Johannes Holzenkamp zum Kaplan in Wilhelmshaven ernannt wurde, wurde der Bauplatz für eine Kirche gesucht. Die politische Großwetterlage – Bismarcks Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche im so genannten Kulturkampf – verzögerten bis 1879 den Bau, der im Bereich des politisch freizügigeren Großherzogtums Oldenburg schlicht und ohne Turm und Glocken errichtet wurde. Die liturgische Weihe zu Ehren der allerheiligsten Jungfrau Maria am 21. Juli 1884 vollzog der damalige Bischof von Bischof, Dr. Johannes Bernhard Brinkmann. Bis 1914 gehörte St. Marien als Kapellengemeinde zur Pfarrei Jever. Selbstständig wurde sie erst 1914.

30 Jahre später, beim schwersten Luftangriff auf Wilhelmshaven am 15. Oktober 1944 sank die Kirche an der Ansgaristraße in Schutt und Asche und konnte nicht wieder aufgebaut werden. Als provisorischer Ersatz wurde das zuvor schon ausgebrannte Pfarrheim zur Notkirche hergerichtet.

Diese war aber zu klein für die Gemeinde. So wurde ein neues Grundstück in zentralerer Lage gesucht und am Krähenbusch gefunden. Dort wurde eine für 10 000 Reichsmark gekaufte Baracke aufgestellt.

Nachdem 1951 bereits ein Pfarrhaus errichtet wurde, das wegen der Wohnungsnot in Wilhelmshaven notwendiger erschien, wurde auf den Tag genau zehn Jahre nach der Zerstörung der alten der Grundstein für die neue St. Marien-Kirche gelegt – durch Prälat Heinrich Grafenhorst, 1942 bis 1947 selbst Pfarrer in der Gemeinde.

Der Neubau nach Plänen des Architekten Gert Rohling erregte Aufsehen, vor allem die das auf 15 Betonsäulen ruhende Betondach in Halbröhrenform, in deren Rundungen die Fenster Platz fanden. Das Marienfenster mit dem mittelalterlichen Siegel des Viertels Bant in Rüstringen markiert die historische und regionale Verwurzelung der Gemeinde.

Die schwierige Dachkonstruktion war einer der Gründe für die Verzögerung der Bauarbeiten. Auch bei der Weihe waren sie noch nicht ganz abgeschlossen. Die Bodenplatten fehlten, Glockengeläut erklang erst im November, die Heizung wurde erst 1958 eingebaut. 550 Sitzplätze bot die Kirche, angemessen für eine Gemeinde mit 4000 Mitgliedern, von denen sonntags 1300 die Messe mitfeierten.

Heute gehören lediglich noch 2000 Katholiken zu St. Marien. Etwa die Hälfte des Schwunds ist durch den Bau der Filialkirche St. Ansgar 1971 zu erklären. Gravierend ist vor allem der Rückgang der regelmäßigen Gottesdienstteilnehmer auf zehn Prozent der verringerten Basis. So wird der in den kommenden Jahren anstehende strukturelle Umbruch in den katholischen Gemeinden Wilhelmshavens auch an St. Marien nicht vorbeigehen. Franz-Josef Hachmöller, seit 1974 Pfarrer, sieht jedoch keinen Grund, erst einmal fröhlich und mit Zuversicht Jubiläum zu feiern.

Dem Festgottesdienst um 10 Uhr folgt um 17 Uhr ein Vespergottesdienst mit dem Regens des Priesterseminars Münster, dem aus der Gemeinde stammenden Dr. Wilfried Hagemann. Am Treffen der Ehemaligen am Abend werden auch frühere Priesetr von St. Marien teilnehmen.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.