Wilhelmshaven - Der österreichische Schauspieler Klaus Maria Brandauer, seit den 80er-Jahren weltberühmt durch den Oscar-prämierten Film „Mephisto“, gibt am 6. Juni im Stadttheater auf einer Jubiläumstournee zu seinem bevorstehenden 80. Geburtstag ein Gastspiel. Zusammen mit dem international gefragten Pianisten Sebastian Knauer nimmt er sein Publikum mit auf eine literarisch-musikalische Reise von Salzburg nach Paris und zurück.

Brandauer rezitiert aus dem Briefwechsel zwischen Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Vater Leopold Mozart sowie Josef Bullinger, einem Freund der Familie. Es ist die Geschichte einer Emanzipation in den Jahren 1777/78. Erstmals musste der junge Musiker ohne die prägende Vaterfigur zurechtkommen und auch das Ausbleiben von Erfolg und Anerkennung aushalten. Dazu stirbt in Paris die Mutter, die die Reise begleitet hatte. Die Briefe von Wolfgang Amadeus Mozart offenbaren die Versuche aufzubrechen, sich zu befreien und die gewonnenen Freiheiten gegen den Vater zu verteidigen.

Im Wechsel dazu spielt Sebastian Knauer Auszüge der berühmtesten Klavierwerke Mozarts, unter anderem die Klaviersonate KV 331 „Türkischer Marsch“, Fantasie c-Moll KV 475, Klaviersonate KV 545 „Sonata Facile“, die Variationen „Ah, vous dirai-je maman!“ und das „Ave Verum“ KV 618.

Jedermann undBond-Gegenspieler

Klaus Maria Brandauer, geboren am 22. Juni 1943 in Bad Aussee, ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Film- und Theaterschauspieler unserer Zeit und blickt auf eine über 60 Jahre währende, international erfolgreiche Karriere zurück: Seit 1972 ist er Ensemblemitglied am Burgtheater Wien, wo Brandauer sich auch rasch als Regisseur etablierte. In den 70er-Jahren wurde Klaus Maria Brandauer nicht zuletzt durch seine Auftritte in Shakespeare- und Schiller-Stücken bekannt; von 1983 bis 1989 gab er den Jedermann bei den Salzburger Festspielen.

International bekannt wurde Brandauer durch seine Rolle als Hendrik Höfgen in dem Kinofilm „Mephisto“ (nach dem gleichnamigen Roman von Klaus Mann) unter der Regie von István Szabó. Mit dem Regisseur folgten später die Filme „Oberst Redl“ (1985) und „Hanussen“ (1988). Alle drei Werke wurden für den Oscar nominiert, „Mephisto“ wurde 1982 mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet. Später folgten Hollywood-Produktionen wie „Jenseits von Afrika“, „James Bond 007: Sag niemals nie“ sowie „Das Russland-Haus“.

Pianist Knauerinternational gefragt

Der international renommierte Hamburger Pianist Sebastian Knauer blickt auf eine über 30 Jahre dauernde Konzertkarriere zurück: In über 50 Ländern auf vier Kontinenten hat Sebastian Knauer konzertiert, mit Auftritten in allen bedeutenden Konzertsälen der Welt. Er ist regelmäßiger Gast auf Festivals; sein sehr umfangreiches und vielseitiges Repertoire spiegelt sich in seinen inzwischen über 15 CD-Veröffentlichungen wider. Darüber hinaus hat er seit 2001 zahlreiche „Wort trifft Musik“-Programme geschaffen, in denen stets ein Komponist im Mittelpunkt steht. Sebastian Knauer konzipiert dabei auch die Texte über dessen Leben, die von den Schauspielern auf der Bühne rezitiert werden.

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online auf eventim.de.

Hartmut Siefken
Hartmut Siefken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung