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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Sternstunde für Forschungsschiff „Sonne“

18.11.2014

Wilhelmshaven Die Sonne strahlt – am Himmel über dem Bontekai in Wilhelmshaven ebenso wie an Bord des nagelneuen Tiefseeforschungsschiffes „Sonne“, das am Montag in seinem Heimathafen in Wilhelmshaven offiziell in Dienst gestellt wurde. Nach einer Bauzeit von etwa 20 Monaten und mehrwöchigen wissenschaftlichen Erprobungsfahrten haben die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka (CDU), und der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) das neue Schiff in den Dienst der Wissenschaft gestellt.

Die Meyer Werft im emsländischen Papenburg hat das Schiff gebaut. Nach einer kleinen „Vorstellungsrunde“ in Bremen, Bremerhaven, Hamburg, Warnemünde und Kiel startet das schwimmende Hochleistungslabor noch im Dezember zu seiner ersten Forschungsreise. Von Kiel aus geht es in Richtung Las Palmas, Ziele sind der Indische und der Pazifische Ozean.

„Wir übergeben heute das modernste Forschungsschiff der Welt der Wissenschaft. Ein Hightech-Schiff, das den höchsten Ansprüchen moderner Meeresforschung gerecht wird. Es wird unserer Gesellschaft und der Wissenschaft große Dienste leisten. Daten zum Klimaschutz, zur Erwärmung oder Versauerung der Meere oder zur Eisschmelze in der Arktis verdanken wir ganz wesentlich den Wissenschaftlern auf unseren Forschungsschiffen, die auf den Weltmeeren unterwegs sind“, betonte Ministerin Wanka.

Der niedersächsische Regierungschef Weil wies darauf hin, dass das Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg das Heimatinstitut der neuen „Sonne“ ist. Das Institut genieße einen exzellenten Ruf. Die „Sonne“ werde den hervorragenden Ruf der deutschen Meeresforschung in alle Welt hinaustragen. Kombiniert mit der maritimen Expertise der Meyer Werft und den Partnern in den übrigen norddeutschen Ländern wurde ein völlig neuartiger Prototyp eines Forschungsschiffes gebaut, sagte Weil.

Neben Wanka und Weil nahmen auch die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajićc, und die Präsidentin der Universität Oldenburg, Professorin Katharina Al-Shamery, an der Übergabeveranstaltung teil. Die Uni-Präsidentin wies darauf hin, dass über die Internet-Präsenz der Uni jederzeit einsehbar sei, wo sich das Forschungsschiff gerade befinde. Sie dankte Werft-Chef Bernard Meyer, in dessen Verantwortung der Bau lag.

„Für die Meyer Werft war es eine große Herausforderung, dieses technologisch anspruchsvolle Schiff zu bauen. Die Berücksichtigung aller technologischen Anforderungen, die die Wissenschaft an ein Forschungsschiff stellt, war eine hoch komplexe Aufgabe“, sagte Bernard Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft in Papenburg und der Neptun Werft in Rostock, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) das Schiff im Juli getauft hatte.

„Das Schiff ist gut und verlässlich gebaut, sollte es aber zu Problemen kommen, so ist es in der Handelsschifffahrt üblich, die Taufpatin in Regress zu nehmen – ich hoffe, dass wir der Bundeskanzlerin das ersparen können“, sagte Roelf Briese scherzhaft vor den rund 150 geladenen Gästen an Bord. Briese ist Chef der Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG mit Sitz im ostfriesischen Leer. Sein Unternehmen hatte sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung darum beworben, die „Sonne“ bereedern zu dürfen. Briese bekam überraschend den Zuschlag und ist in den nächsten zehn Jahren für die technische und kaufmännische Betriebsführung des Schiffes verantwortlich. Die Reederei erhält dafür einen festen Betrag, der laut Briese im hohen zweistelligen Millionenbereich liegt. Ursprünglich war die Bremerhavener RF Forschungsschiffahrt GmbH als Reederei vorgesehen, kurzfristig kam dann aber doch Briese zum Zuge.

Das neue Forschungsschiff „Sonne“ hat eine Länge von 116 Metern, ist 20,6 Meter breit und zeichnet sich durch eine besonders hohe Energieeffizienz aus. Das Schiff wurde nach den neuesten Umweltstandards konzipiert, konstruiert und gebaut. Daher wurde es mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet.

Neben einer Besatzung von bis zu 35 Personen bietet das Schiff Platz für 40 Wissenschaftler. Haupteinsatzgebiete des neuen Tiefseeforschungsschiffs werden der Indische und Pazifische Ozean sein. Die „Sonne“ wird dazu beitragen, wissenschaftlich und gesellschaftlich besonders relevante Forschungsfragen zu beantworten, vor allem hinsichtlich des Klimawandels. Dafür steht dem Wissenschaftsteam eines der weltweit modernsten Instrumente zur Verfügung.

Die Baukosten für das Forschungsschiff in Höhe von 124,4 Millionen Euro werden gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (90 Prozent) sowie den Küstenländern Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen (10 Prozent) getragen. Unter den Ländern hat Niedersachsen den Hauptanteil übernommen.


Mehr Bilder:   www.nwzonline.de/fotos-region 
Video:   www.nwzonline.de/tv/friesland 
Lars Laue
Korrespondent
Redaktion Hannover
Tel:
0511/1612315

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