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SÜDSTRAND Die „Seenelke“ soll ein Hotel werden

STEPHAN GIESERS

Wilhelmshaven

Noch fällt es schwer, sich die Pläne von Architekt Dirk Lohe und Investor Volker Schiersch vorzustellen. Spinnenweben, Staub und marode Wände im alten „Hotel Seenelke“ zeigen deutlich: An dem denkmalgeschützen Gebäude am Südstrand muss einiges saniert werden.

Gestern informierte der neue Gebäudeinhaber Volker Schiersch gemeinsam mit Oberbürgermeister Eberhard Menzel und Harald Witte vom Fachbereich Immobilien darüber, was mit dem alten Gebäude geschehen soll. Seit gut einem Jahr steht das Hotel leer, in dem zuletzt das Jugendgästehaus „Seeräuber“ untergebracht war. Jetzt sollen hier sieben großzügige Appartements in einer Größe von 40 bis 80 Quadratmetern entstehen – jeweils ausgestattet mit Bad, Pantry-Küche und Meeresblick, verteilt über zwei Etagen. Im Obergeschoss sollen zwei zusätzliche Balkone gebaut werden. Im Erdgeschoss sind zwei Gaststätten geplant, und im Keller wird unter anderem ein Wellnessbereich entstehen. „Der Baukörper mit den Arkaden bleibt erhalten“, erklärt Architekt Lohe, der in seiner Planung auf die Bestimmungen des Denkmal- und Ensembleschutzes der Südstrandpromenade achten musste.

„Gut eine halbe Million wird der Umbau kosten“, schätzt Schiersch, der ab 1. Juli nun offizieller Inhaber des Gebäudes sein wird. Der Betreiber des Seewasseraquariums hat der Stadt das Hotel abgekauft, die Inhaber der denkmalgeschützen Immobilien an der Promenade ist. Die „Seenelke“ ist damit das erste Haus der Promenade, dass die Stadt für eine Erbpacht über 60 Jahre vergeben hat. Menzel sieht in Schierschs Investition ein ambitioniertes Unternehmen und eine gute Ergänzung zu den bestehenden Hotels: „Der Südstrand, unsere gute Stube der Stadt, wird dadurch aufgewertet.“ Jetzt erhofft sich der Oberbürgermeister eine Initialzündung, damit auch die anderen Anlieger des Südstrandes in die Häuser investieren.

Derzeit läuft der Bauantrag; noch in diesem Jahr sollen dann die Arbeiten beginnen. Das Gebäude müsse zunächst komplett entkernt und grundsaniert werden.

Von seinen Plänen, ein großes Luxushotel am Südstrand zu errichten, hat sich Schiersch bereits vor eineinhalb Jahren verabschiedet.

Den Kauf der Immobilie sieht Schiersch vor allem als wichtigen Schritt zur Sicherung des Seewasseraquariums „Bullermeck“ auf der gegenüberliegenden Seite der „Seenelke“. Laboratorien sollen zum Beispiel in den Keller des Hotels ausgelagert werden, um neuen Platz in der Strandhalle für das Aquarium zu schaffen. „Wir planen eine Erweiterung um 500 bis 600 Quadratmeter“, erklärt Schiersch. Mehr wolle er aber noch nicht verraten.

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