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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Übungsschiff liegt am Kai an der Kette

NWZonline.de NWZonline 2015-07-23T18:06:13Z 280 158

Jade-Weser-Port:
Übungsschiff liegt am Kai an der Kette

WilhelmshavenDas Niedersächsische Umweltministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Wilhelmshaven verfügt, dass die MSC „Northern Vitality“, die seit einigen Wochen als Übungsschiff für Eurogate an der Kaje des Jade-Weser-Ports liegt, den Hafen nicht verlassen darf. Das bestätigten am Mittwoch die Pressesprecherin des Umweltministeriums, Inka Burow, und der Leiter des städtischen Umweltamts, Gerold Janßen. Das Auslaufverbot wird von der Wasserschutzpolizei kontrolliert.

Ursache für das Auslaufverbot ist der Verdacht, dass das Schiff möglicherweise rechtswidrig zum Abwracken nach Indien gebracht werden soll. Diesen Verdacht hatte nach Informationen dieser Zeitung die „NGO Shipbreaking Platform“ geäußert, die befürchtet, dass in Asien Umwelt- und Arbeitsschutzbelange nicht berücksichtigt werden würden.

Das Umweltbundesamt hatte daraufhin das Umweltministerium in Hannover informiert.

Das will nun klären lassen, ob der Verdacht begründet ist. Laut Burow verbietet die EU-Abfallverbringungsverordnung das Abwracken von Schiffen in Ländern, die nicht der OECD angehören. Dazu gehört auch Indien.

Darüber hinaus müsse für ein Schiff, das abgewrackt werden soll, bei der Niedersächsischen Gesellschaft zur Endlagerung von Sonderabfällen ein Zertifikat eingeholt werden. Dieser Antrag sei aber für die „Northern Vitality“ nicht gestellt worden.

Verwaltet wird das Schiff, dessen Eigentümer die „Norddeutsche Vermögen“ ist, von der Norddeutsche Reederei H. Schuldt. Deren Sprecher Thomas Droemer bestätigte, dass ein Auslaufverbot erteilt wurde. Er warte jedoch noch auf eine schriftliche Erklärung, auf welche Fakten sich das Auslaufverbot stütze.

Droemer sagte auch, dass es einen gültigen Kaufvertrag über das Schiff gebe. Laut NGO soll es sich bei dem Käufer um den bekannten Schiffbroker GMS handeln, was Droemer nicht bestätigte. Er sagte, über den weiteren Verwendungszweck des Schiffes gebe es im Kaufvertrag keinen Passus. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass es verschrottet werden soll.

Wann das Schiff spätestens den Jade-Weser-Port verlassen haben muss, um den Hafenbetrieb nicht zu stören, dazu wollte sich Eurogate gestern nicht äußern. Gerold Janßen deutete an, falls das Auslaufverbot länger Bestand habe, müsse man überlegen, das Schiff entweder auf Reede zu legen oder in den inneren Hafen zu bringen.