Wilhelmshaven - Am Jade-Weser-Port werden nach Angaben von Hafenbetreiber Eurogate seit mehr als einer Woche keine Container mehr aus oder für Russland umgeschlagen. Russland-Container, die sich bereits auf dem Terminal befinden, bleiben vorerst stehen. Ausgenommen von der Sperre sind Lebensmittel, medizinische und humanitäre Hilfsgüter. Autos dagegen werden nicht mehr nach Russland verschifft.
Damit wolle Maersk seine „soziale Verantwortung“ unterstreichen sowie seine Bemühungen, die Bevölkerung „trotz aller Komplikationen und Unsicherheiten“ zu unterstützen. Die Zollbehörden in der EU und in Großbritannien inspizieren jetzt alle Einheiten von und nach Russland, die ihre Terminals und Häfen passieren, um sanktionierte und eingeschränkte Sendungen zu identifizieren. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe rechnet mit einem Containerstau in den norddeutschen Häfen – nicht in Wilhelmshaven, sondern vor allem in Hamburg und Bremerhaven. Reeder und Spediteure sind laut Verband allerdings verunsichert.
Denn es gebe noch kein grundsätzliches Transportverbot für Waren von und nach Russland. Der Bund müsse konkret benennen, was noch in Ordnung ist und was nicht. Bislang sei nur klar, dass beispielsweise Erdöl sowie Luft- und Raumfahrttechnik nicht mehr von oder nach Russland transportiert werden darf. Der Liniendienst von Wilhelmshaven nach St. Petersburg wurde ebenfalls ausgesetzt.
