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Posener Straße, Mozart-, Göker-, Freiligrathstraße – überall dasselbe Bild. Die Kastanien werfen die Blätter ab, die Blätter sind verwelkt, die Oberflächen bräunlich verfärbt. Der Grund, so Klaus Timmermann vom städtischen Eigenbetrieb Straßen und Grün: „Nahezu alle Kastanien in Wilhelmshaven sind von der Miniermotte befallen.“Die Rosskastanien-Miniermotte ist ein Kleinschmetterling, der in Wilhelmshaven das erste Mal vor drei Jahren großflächig in Erscheinung getreten ist. Die Larven des Schmetterlings leben in den Blättern der Kastanien. Die Tiere wurden 1984 in Mazedonien entdeckt und verbreiten sich seither explosionsartig in Mittel- und Westeuropa.
Die Folgen für die Kastanien sind nur schwer abzuschätzen. Als Folge des Larvenfraßes verbräunen die Blätter, die Bäume werfen bereits frühzeitig ihr Laubkleid ab. Timmermann: „Die Bäume überleben, aber sie werden enorm geschwächt. Auf Dauer ist das schon eine Gefahr für den Bestand der Kastanien.“
Das Problem: Die Miniermotte hat in unseren Breiten keine natürlichen Feinde; sie kann sich ungehindert vermehren.
Landauf, landab sinnen Gärtner, Botaniker und Baumexperten darüber nach, wie man die Kastanien schützen kann. Eine flächendeckende Bekämpfung der Schädlinge mit chemischen Mitteln ist nach Ansicht von Timmermann viel zu teuer. Zudem seien die Folgen für andere Lebewesen nicht abzusehen.
Timmermann rät zu einer Art Patenschaft für die Kastanien. „Die Miniermotten überwintert im herunter gefallenen Laub der Kastanien. Bürger, die den Bäumen helfen wollen, sollten unbedingt das Laub restlos beseitigen und es sorgsam vernichten.“
Der heimische Komposthaufen ist dabei nicht der richtige Platz für das mit Motten befallene Blattwerk.
Um den Bestand der Parasiten zu verringern, müsse das Laub verbrannt oder in einer professionellen Rotteanlage, etwa auf der Abfallbeseitigungsanlage in Wiefels, auf genügend hohe Temperatur gebracht werden.
