Ratsherr Kempcke regt eine intensive Bürgerbeteiligung an. Bis zu 25 Stellplätze vor dem Ratrium geplant.
Von Gerd AbeldtWilhelmshaven
Das Rathaus gehört zu den beeindruckensten Bauwerken in Wilhelmshaven. In der Stadtverwaltung macht man sich jetzt Gedanken darüber, wie der Blick auf den Höger-Bau von Blechkarossen befreit werden kann. Dafür soll der Parkplatz unmittelbar vor dem Rathausportal verschwinden. Ein Schritt, der von vielen Kommunalpolitikern begrüßt wird. Norbert Schmidt, baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: „Es ist doch peinlich, wie der Platz aussieht. Es wird Zeit, dass der Charme der 50er-Jahre verschwindet.“Stadtplaner Michael Witt stellte am Dienstag vor dem Ratsausschuss für Planen und Bauen erste Überlegungen vor, wie der Verlust von 105 Parkplätzen im Umfeld des Rathauses ausgeglichen werden kann. So sollen die Stellflächen westlich und östlich des Rathauses erweitert werden. An der Ostseite könnten Autos in Doppelreihe aufgestellt werden, an der Westseite müsste der Grünstreifen in Richtung Mitscherlichstraße weichen. Die dort stehenden Bäume seien ohnehin „abgängig“, wie Witt sagte.
Weitere Parkplätze könnten an der Paul-Hug-Straße und am Postgang gewonnen werden. Ein Trick: Bislang längs zur Straße ausgerichtete Stellplätze müssten schräg angeordnet werden.
Nach Berechnungen der Stadt könnten rund um den Rathausplatz 121 neue Parkplätze geschaffen werden. Der Verlust vor dem Rathaus würde mehr als ausgeglichen. Hinzu kämen rund 20 bis 25 Parkplätze auf dem Rathausplatz; unmittelbar vor dem Haupteingang des Ratriums.
Mit diesen Plätzen soll ein Teil der Baulasten abgelöst werden, die noch auf dem Parkhaus in der Mitscherlichstraße 62 liegen. Das ehemalige „Domus“-Gebäude soll – wie berichtet – abgerissen werden und einem Verbrauchermarkt mit ebenerdigen Parkplätzen weichen. Die insgesamt 300 Parkhaus-Parkplätze könnten durch die Neuordnung der Stellflächen rund um den Rathausplatz jedoch nicht ausgeglichen werden, räumte Witt ein.
„Verschwindet damit auch der ungeliebte Fahrrad-Käfig am Ratrium?“, wollte Bauausschuss-Vorsitzender Bernhard Rech (CDU) wissen. Immerhin habe der Rat der Stadt beschlossen, dass der Käfig so nicht akzeptabel sei, erinnerte Horst Radmer (FDP). Vorerst aber wird das Fahrrad-Häuschen der Sparkasse wohl dort stehen bleiben, wo es steht. Allerdings, so Witt, sollen am Haupteingang des Ratriums weitere Fahrradstände installiert werden.
SPD-Ratsherr Hans-Jürgen Kempcke regte unterstützt von Rech zur künftigen Gestaltung des Rathausplatzes eine intensive Bürgerbeteiligung an. Nach seinen Vorstellungen sollte es dabei nicht nur um Auto- und Fahrrad-Stellplätze gehen, sondern auch um die Platzgestaltung an sich. „Vielleicht könnte man das ein oder andere Rosenbeet anlegen.“ Klar ist schon jetzt, dass der Rathausplatz in Richtung Hauptpost durch eine Baumreihe abgegrenzt werden soll – um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.
