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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

GESCHICHTE: „Verlorenen“ Kleinbunker geborgen

06.05.2009

Am Banter See wurde ein Minibunker geborgen. Bei der Suche nach dem „verlorenen“ Stück Zeitgeschichte halfen Zeitungsleser – und vor allem das Stadtarchiv.

Von Michael Halama

Wilhelmshaven Sieben Tonnen Gewicht sind nicht wirklich leicht zu bewegen. Schon gar nicht, wenn es sich um einen Minibunker handelt, der gut zur Hälfte im Morast steckt und dessen Kuppel von einem schweren Trümmerteil eingeklemmt ist.

Am Banter See drohte die Bergungsaktion mit einem Autokran zu scheitern. „Schließlich klappte es doch, nachdem wir den Bunker zunächst ein wenig seitlich weggezogen hatten“, sagt Holger Raddatz, vielen als Bunkerfachmann bekannt. Ein Tieflader brachte das Fundstück schließlich in die Norderneystraße zum dortigen Bunker-Museum.

Hier hat Holger Hiebner vor Jahren den großen Bunker samt Grundstück erworben; für den „Neuankömmling“ war bereits ein Fundament vorbereitet. Nun steht die Splitterschutzzelle – so der korrekte Name – an Ort und Stelle, wurde bereits gereinigt und kann besichtigt werden. „Auch ein Informationsschild haben wir aufgestellt“, so Raddatz.

Der Minibunker ist 2,80 Meter hoch, 1,40 Meter breit und bot drei Mann Platz. Raddatz: „Unten drunter fanden sich noch Klinker – wohl vom Weg zur damaligen Flakstellung am Tirpitzhafen.“

Nach dem Krieg wurde die Schutzzelle, so vermutet Raddatz, demilitarisiert: die Stahlbetonluke wurde einfach aus ihren beiden Scharnieren gerissen und fehlt heute.

Auf die Spur des gerade geborgenen Minibunkers war zunächst ein weiterer „Bunkerfan“ gestoßen: Hartmut Klose. Der besitzt ein umfangreiches Archiv und zahllose Fotos von den grauen Betonkolossen. Eines konnte er nicht mehr lokalisieren: Es zeigt seine beiden Kinder auf einem umgekippten Kleinbunker, aufgenommen bei einem Spaziergang 1974. Wo er diese Aufnahme seinerzeit gemacht hatte, daran konnte er sich nicht mehr genau erinnern.

Ein Aufruf von Hartmut Klose in der Tagespresse führte schließlich zum Erfolg, wie Holger Raddatz mitteilte. „Im Stadtarchiv fand sich eine Luftaufnahme aus dem Jahr 1977 vom Gelände südlich des Banter Sees.“ Als die Bunkerfans hier suchten, entdeckten sie die Splitterschutzzelle – allerdings längst unter Gestrüpp verborgen.

Erstaunlich: Im Vergleich zur Aufnahme aus 1974 war der Bunker um 180 Grad gedreht worden, die Kuppel zeigte in die entgegengesetzte Richtung. Damals hat die Bundeswehr noch südlich des Banter Sees geübt. „Vermutlich haben die bei einer Übung das Teil mal versetzt“, vermutet Raddatz. Heute gehört der Minibunker ihm und Hartmut Klose.

Besichtigungen nach Absprache möglich, Tel. 0178/1 32 15 93. Und jeden Sonntag werden um 16 und 18 Uhr Führungen angeboten.

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