Wilhelmshaven - Auf Einladung des Nautischen Vereins Wilhelmshaven-Jade sprach jetzt der leitende Direktor des Marinearsenals Rainer Sacher über den zivilen Bundeswehr-Betrieb angesichts neuer Herausforderungen und über daraus resultierende Entwicklungen. Er betonte dabei den grundlegenden Auftrag des Marinearsenals: Es müsse imstande sein, die seegehenden Einheiten der Deutschen Marine mit planmäßigen, außerplanmäßigen und sofortigen Instandsetzungen einsatzbereit zu ertüchtigen, denn „die Schiffe und Boote müssen zur See fahren“.
Bei diesem Thema war das Interesse der Teilnehmer, darunter viele mit dem Arsenal verbundene Zuhörer, besonders groß, denn es ging gewissermaßen um das schlagende Herz dieser Stadt, das von Anbeginn als Werftbetrieb – Königlich-preußische Werft, Kaiserliche Werft, Reichs- und Kriegsmarinewerft und seit 1957 als Marinearsenal – in der Marinestadt pulsiert. Es ist also aus der maritimen Keimzelle der Jadestadt hervorgegangen.
Allein 1000 Dienstposten in Wilhelmshaven
Rainer Sacher leitet seit Januar 2021 das Marinearsenal und hat zuvor den Arsenalbetrieb Wilhelmshaven geführt. In Wilhelmshaven mit gegenwärtig 1000 Dienstposten hat auch der Stab seinen Sitz; ergänzt wird der größte Standort von der Außenstelle in Kiel und dem neuen Arsenalbetrieb Warnowwerft in Rostock. Der Arsenalbetrieb Kiel war im Zuge der Streitkräftereform 2011 aufgelöst worden, wird aber jetzt wieder als Standort auf 300 Dienstposten wachsen. Der Betrieb in Rostock-Warnemünde hat 500 Dienstposten – die meisten Mitarbeiter dort waren zuvor auf der insolventen MV-Werft beschäftigt, die der Bund übernommen hat.
In Wilhelmshaven sind die Arbeiten an der Zukunft des Standortes längst angelaufen. So werden Werkshallen nach über 60 Jahren durch moderne Neubauten ersetzt. Auch im westlichen Bereich beim Werfttor 1, wo sich einst die ersten Trockendocks befanden, gibt es Veränderungen: die sogenannte Basalanhalle wird hier abgerissen. Der Dockbedarf soll schon bald mit einem zweiten, größeren Schwimmdock abgedeckt werden und das „Dock B“ dann zurück nach Kiel gehen. Mit der Fertigstellung des großen Trockendocks unterhalb der Jachmannbrücke wird jedoch nicht vor 2030 gerechnet.
Bedeutende Wertschöpfung
Der positive ökonomische Effekt der Arsenale ist erheblich. Wenn auch nicht gewerbesteuerpflichtig, so wird durch die Auftragsvergaben an Betriebe der Privatwirtschaft eine bedeutende Wertschöpfung erzielt. Und natürlich sind die in den Arsenalen Beschäftigten als Steuerzahler gleichfalls eine relevante Größe. Zwar hatte das Arsenal Wilhelmshaven 1982 mit fast 5000 Beschäftigten einen Höhepunkt erreicht, doch werden nach Jahren des personellen Abbaus nun an den drei Standorten immerhin wieder 1800 Arbeitnehmer gezählt.
