Wilhelmshaven - Am größten Standort der Streitkräfte steht das Bundeswehr Dienstleistungszentrum (BwDLZ) Wilhelmshaven vor vielfältigen Herausforderungen. Der Dienstleister hat die Betreiberverantwortung für den größten Marinehafen, den Bauhafen des Marinearsenals inklusive der Jachmannbrücke und der Pierkräne, einen bundeseigenen Deichabschnitt und für das Rechenzentrum in der Kaserne Sengwarden inne. Somit sind allein im Bereich Facility Management des BwDLZ im gesamten Stadtgebiet verteilt Gebäude in 17 Liegenschaften zu warten und instand zuhalten, inklusive der gärtnerischen Pflege. „Dazu zählen neben den genannten beispielsweise das Gorch-Fock-Haus und die Sporthalle Schellingstraße“, sagt Jörn Ortel. Seit gut einem Jahr leitet der 57-Jährige nun das Dienstleistungszentrum mit Hauptsitz an der Rheinstraße.
17 Liegenschaften sind zu betreuen
Aktuell ist sein technisches Gebäudemanagement auch mit dem Wasserrohrbruch der alten Dükerleitung unter der Seeschleuse befasst, denn die fällt ebenfalls in die Betreiberverantwortung des BwDLZ. „Das wird uns leider länger beschäftigen, weil die Reparatur sich aufwendig gestaltet. Ärgerlich ist, dass es an und jenseits der Schleuse für die Gebäude kein Wasser gibt und für die Arbeiten an der Dükerleitung der Strom der Schleuse abgestellt werden muss.“ Ortel will nicht ausschließen, dass für die Seeschleuse noch eine Notstromversorgung eingebaut wird.
Jörn Ortel leitet das BwDLZ Wilhelmshaven seit Februar 2023. BILD: Michael Halama
Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zudem für Beschaffungen zuständig, zum Beispiel Tauwerk oder Matratzen für die Schiffe der Einsatzflottille 2, kümmern sich um Entsorgungsverträge für Abfälle oder Bewachungsverträge für alle Liegenschaften im Zuständigkeitsbereich.
Personalführung für 1800 zivile Beschäftigte
Wichtig ist zudem die Dienstleistung rund um die Menschen. „Das ist der Bereich Personalmanagement. Unser Dienstleistungszentrum ist nämlich zuständig für 1800 zivile Beschäftigte am Standort - ohne Beamte - und kümmert sich zum Beispiel auch um die Besetzung der zivilen Posten auf den Schiffen und Booten des Trossgeschwaders.“ Die meisten zivilen Beschäftigten finden sich im Marinearsenal, gefolgt vom Logistikzentrum der Bundeswehr. „Neben unseren eigenen Anwärtern und Auszubildenden (siehe Info) sind wir auch für die 180 Ausbildungsplätze in der Ausbildungswerkstatt des Marinearsenals zuständig“, erklärt Jörn Ortel. „Diese gewerblich-technischen Ausbildungsplätze werden durch das BwDLZ besetzt und die Azubis dann begleitet - von der Einstellung über Verträge, Kommunikation mit der Handwerkskammer und Zeugnisse bis später zur weiteren Verwendung.“
Anwärter des mittleren und des gehobenen nichttechnischen Dienstes
Anwärter des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes
Auszubildende für den Beruf des Verwaltungsfachangestellten
Auszubildende für den Beruf des Elektronikers/der Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik
Bis auf den gehobenen Dienst werden fast alle Auszubildenden später im BwDLZ Wilhelmshaven verwendet. Die Laufbahnen sind durchgängig, das heißt, ein Aufstieg zum Beispiel vom Verwaltungsfachangestellten in den mittleren oder gehobenen Dienst ist nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht.
Um Geld geht es im Bereich Finanzen und Interne Dienste und den Themen Haushalt, Mobilitätsservice und Travelmanagement. So erfolgt hier unter anderem die Abrechnung von Reisekosten, des Trennungsgeldes und der Umzugskosten von Bundeswehrangehörigen. „Wenn etwa eine Marineeinheit viele Monate im Einsatz steht und während eines Hafenaufenthaltes eine Familienzusammenführung ansteht, kümmern sich unsere Mitarbeiter um die Flüge und Hotelbuchungen für die Familienangehörigen.“ Im Bundeswehr Sozialdienst sind eigene Sozialberater und -arbeiter für die besonderen Sorgen und Nöte der Soldaten und ihrer Angehörigen da, beraten zu Rentenfragen oder gar Hinterbliebene.
Gute Aufstiegschancen für eigene Beschäftigte
Insgesamt gibt es im BwDLZ Wilhelmshaven 350 Dienstposten. „Hinzu kommen noch einmal 100 Dienstposten, unter anderem für Auszubildende. Die demografische Entwicklung wird dabei auch für uns spürbar, etwa bei der schwieriger werdenden Besetzung unserer Ausbildungsplätze“, sagt Ortel. „Auf der anderen Seite sind wir noch gut besetzt und mit einem Durchschnittsalter von 45 Jahren eine recht junge Dienststelle und arbeiten gemeinsam an einer modernen Verwaltung - weg vom Schwarzen Brett, hin zur digitalen Kommunikation, um es bildlich zu machen. Für unsere Mitarbeiter bieten sich auf jeden Fall abwechslungsreiche Aufgaben und Karrierechancen.“
