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VOLKSFEST 400. Geburtstag des Hafens gefeiert

Rüstersiel gilt als „Dorf in der Stadt“, das sich seinen Charme als Sielort bewahrt hat. Zum Saisonhöhepunkt am Wochenende kamen viele tausend Besucher.

von Ulrich Müller-Heinck

rüstersiel

Der besondere Anlass sorgte für ein besonderes Fest: 400 Jahre Hafen Rüstersiel waren für die Arbeitsgemeinschaft aus Förderverein Gemeinschaftsplatz und der Gemeinschaft Rüstersiel ein guter Grund, die traditionelle Veranstaltung im früheren Sielort auf zwei Tage auszudehnen.

Nutzten den Sonnabend bereits tausende Besucher zum buchstäblichen Warmlaufen, wurde es gestern vor allem für jene ein langer Tag, die schon beim Wecken durch den Spielmannszug „Blau-Weiß Schortens“ um 7 Uhr in der Früh auf den Beinen waren. Ginge es nach der Meinung vieler Festgäste, so bräuchte man keine Jahrzehnte bis zum nächsten Jubiläum warten, um dann wieder ein ganzes Wochenende Rüstersieler Hafenfest zu erleben. Zur offiziellen Eröffnung am Sonnabend, verbunden mit der Enthüllung eines Steinblocks mit Informationstafel zur Lage der Siele, hatte sich viel Prominenz aus der örtlichen Politik, von der Sielacht Rüstringen, aus Kirchen, benachbarten Stadtteilen, Bürgervereinen und Sponsorenkreisen der Wirtschaft auf dem Festplatz eingefunden.

Mit Blick auf die geschmückten und mit der Flagge „400 Jahre Hafen Rüstersiel“ versehenen Boote auf der Maade unterstrich Heike Coldewey, 2. Vorsitzende der Gemeinschaft Rüstersiel: „Dies ist ein Signal, dass der Hafen für uns ganz wichtig ist!“

Davon zeugten nicht zuletzt Gastboote, wie sie aus dem Yachtclub Wilhelmshaven zur 400-Jahr-Feier gekommen waren – sichtbar Zeichen setzend für die touristische Bedeutung Rüstersiels als lebendiger Sportboothafen. Waren es dereinst Aspekte des Handels und Handwerks, die sich mit dem 1607 erfolgten Bau des 1. Rüstringer Siels in den folgenden Jahrhunderten verbanden, so ist nunmehr an deren Stelle die wasserbezogene Freizeitwirtschaft getreten.

Angesichts des Wandels vom Handels- zum Seglerhafen habe man sich eigentlich gewünscht, das Fest „auf einer Großbaustelle“ zu veranstalten, erinnerte Heike Coldewey an die Diskussion um die vielfach erhoffte Verwirklichung des Gesamtkonzepts einer touristischen Aufwertung Rüstersiels an dieser Stelle.


Dies habe dann zwar hinter die erforderliche Vertiefung des Hafens zurücktreten müssen, erklärte der Oberbürgermeister. In jedem Fall wolle man aber „den Hafen voranbringen und das Kleinod Rüstersiel beleben“, sagte Menzel und hob dabei auch das Engagement von Ratsherr Hans Gabriels und dem Landtagsabgeordneten Dr. Uwe Biester zur Beschaffung notwendiger Fördergelder hervor.

Menzel versprach den Rüstersielern, dass man sie einbinden werde, wenn es um die Verwirklichung der anstehenden Wirtschaftsgroßprojekte in der Nachbarschaft gehe. „Wir wollen absichern“, so Menzel, „dass Rüstersiel so bleibt wie es war und wie es ist.“ Und das heißt auch: Nicht nur in vergangenen Jahrhunderten war der Hafen Mittelpunkt des Sielortes, wo immer etwas los war, wie Geschichtsschreiber konstatierten – noch heute gilt dies, ganz besonders natürlich zum Hafenfest.

Standen am Samstagabend der Auftritt der Jade-Sänger, der Freesen ut Varel und der Schlicktown-Singers unter freiem Himmel im Mittelpunkt, dazu Wettbewerbe der Jugendfeuerwehr und ein Jubiläumsfeuerwerk, schloss sich der Sonntag mit einer Fülle von attraktiven Angeboten an: Frischen Granat vom Kutter, Flohmarkt, Bootsfahrten, eine Ausstellung des Interessenvereins zur Erhaltung historischer Fahrzeuge, originalgetreu gestaltete Schiffsmodelle des SMC Schlicktown, ein Streichelzoo des Kaninchenzuchtvereins Voslapp, Besichtigung des Seenotrettungskreuzers „Otto Behr“, Spielangebote für Kinder und mehr. Fazit am Ende: Das war ein tolles Hafenfest in Rüstersiel!

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