Voslapp - Eine Wiederbelebung des Campingplatzes an der Geniusbank wird es nicht geben. Das stellte Oberbürgermeister Carsten Feist am 21. August beim von der „Wilhelmshavener Zeitung“ initiierten Bürgerdialog in der Nogathalle noch einmal klar.
Die BASU (Freie Liste für Wilhelmshaven) will die Hoffnung nicht aufgeben und stellte auf der jüngsten Betriesausschusssitzung Eigenbetrieb Grundstücke und Gebäude (GGS) den Antrag, der Rat möge die Verwaltung mit einem Konzept zur Reaktivierung beauftragen. Doch dieser Beschlussvortrag fiel durch – einstimmig.
Argumente der BASU
Nachdem der Campingplatz im Jahre 2004 geschlossen wurde, sei das Gelände nicht wieder genutzt worden. Weil noch alle Anschlüsse vorhanden seien, könne der Platz sofort reaktiviert werden, heißt es in der Beschlussvorlage der BASU. Zudem werde die Schließung der Kohlekraftwerke in absehbarer Zeit auch wieder das Baden in der Jade zulassen.
Ein „echter“ Campingplatz würde zudem dem zunehmenden „Wildcampen“ im Bereich der Geniusbank Einhalt gebieten, argumentiert die Freie Liste. Nicht nur Voslapp, ganz Wilhelmshaven würde von dieser Maßnahme profitieren, und der Stadtnorden im Tourismuskonzept Berücksichtigung finden.
Klare Rechtslage
„Es herrschte im Ausschuss sofort Einigkeit darüber, dass das alles nicht umsetzbar ist“, erklärt der Ausschuss-Vorsitzende Helmut Möhle. Man habe auch gar nicht verstanden, warum die BASU den Antrag überhaupt einbringt. Zum einen gebe es einen rechtskräftigen Bebauungsplan, zum anderen sei eine Reaktivierung des Campingplatzes auch rechtlich gar nicht möglich. Deshalb sei die einstimmige Ablehnung der Beschlussvorlage die einzig richtige Entscheidung gewesen.
Genau auf diese rechtliche Situation hatte bereits Oberbürgermeister Feist beim Bürgerdialog – nicht zum ersten Mal – hingewiesen, denn wegen der Nähe zum Containerhafen verbiete das Bundes-Immissionsschutzgesetz eine derartige Nutzung. Tatsächlich sei die damalige Campingplatz-Ausweisung bereits eine städtebauliche Fehlentscheidung und planungsrechtlich sogar unzulässig gewesen, teilt die Stadt auf Nachfrage der „Wilhelmshavener Zeitung“ mit.
Mit der Entwicklung des JadeWeserPorts wurde diese Fehlplanung juristisch bestätigt, weshalb der Campingplatz zu schließen gewesen sei. Das passierte im Jahr 2004. Zudem habe das Land seinerzeit klargestellt, dass die Grodenflächen nicht für eine touristische Entwicklung entwickelt wurden, was auch im Landes-Raumordnungsprogramm entsprechend verankert ist, heißt es in der Stellungnahme weiter.
Standortfrage
Damit steht fest, wo es auf keinen Fall einen Campingplatz geben wird. Dass es den Bedarf eines solchen Angebotes gibt, scheint allgemeiner Konsens zu sein. Nur wo soll ein neu zu bauender Campingplatz hin?
„Beim Blick auf das Gelände nördlich der Maade zwischen Segelhafen und Maadesiel haben wir eine mögliche gute Fläche identifiziert – dort ist es grün, ruhig, sie liegt am Wasser und ist über die Osttangente gut erreichbar“, sagte der Oberbürgermeister beim Bürgerdialog in Fedderwardergroden.
Der GGS-Ausschuss hingegen favorisiere das Gelände am Banter See, wie Möhle betont. Es gebe bereits seit 2012 ein Nutzungskonzept, doch „die Verwaltung kommt nicht in die Gänge“, bemängelt der CDU-Politiker. „Wir müssen Klein Wangerooge aufwerten und dabei auch den Wünschen von Bürgern und Touristen Rechnung tragen. Es wir Zeit, dass sich endlich etwas bewegt!“
