Wilhelmshaven - Wer am Donnerstagvormittag nicht daran dachte, dass der bundesweite Warntag die Handys und Sirenen aufschrillen lässt, wurde mitunter überpünktlich daran erinnert. „Wir sind sehr zufrieden, denn alle unserer 14 Sirenen haben ausgelöst – auch die seit dem vergangenen Jahr neu installierten“, sagt Josef Schun, Leiter der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven. Im Vergleich zum Vorjahr waren nämlich bereits einige Lücken geschlossen worden.
Die Signalstärke kam in den verschiedenen Stadtgebieten allerdings mitunter noch immer sehr unterschiedlich an, so dass weiterer Handlungsbedarf besteht. „Das sind genau die Erkenntnisse, die wir aus dem Warntag ziehen wollen“, erklärt Schun. Gerade für den westlichsten Teil müsse noch nachgesteuert werden, weil die Sirenen beispielsweise in Richtung Europaring noch recht leise wahrzunehmen seien. „Das wird sich aber auch schon etwas regulieren, wenn im Oktober eine neue Sirene an der Güterstraße angebracht ist. Zudem suchen wir noch nach einem weiteren Standort für eine Sirene im äußeren Westen der Stadt.“
Bis dahin werde dort verstärkt mit den mobilen Sirenenanlagen gearbeitet, um die Bevölkerung im Ernstfall zu alarmieren. Denn die Sirenen unermesslich laut aufheulen zu lassen, um alle Gebiete wirklich gut genug zu beschallen, sei zwar technisch möglich, jedoch mit Blick auf die Bewohner in unmittelbarer Nähe zu einer Sirene nicht denkbar.
Neben den Sirenen sorgten auf dem Smartphone beispielsweise die Apps KatWarn, NINA sowie der Cell Broadcast für einen Warnhinweis. Bild: Björn Lübbe
Dass Schun insgesamt von „einem vollen Erfolg“ spricht, liegt eben genau daran, dass der Warntag zeigt, wo noch nicht alles ganz reibungslos läuft. Dazu tragen auch die zahlreichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung bei. „Gerade aus Sengwarden erreichten uns mehrere Nachrichten, dass KatWarn nicht ausgelöst hat“, so der Feuerwehrleiter. Dies liege in erster Linie aber wohl an der dort oft schwächeren Internetverbindung, da KatWarn ein Mobilfunknetz beziehungsweise WLAN/DSL benötige. In einigen Fällen habe auch Cell Broadcast kein Signal aufs Handy gesendet, wie die Feuerwehr erfahren hat. Dort lohne sich ein Blick in die Einstellungen, da Warnungen mitunter erst zugelassen werden müssen. Insgesamt, so Schun weiter, komme der Warnmittel-Mix aus Smartphone, Sirenen sowie den Medien aber sehr gut an.
Ein Lob richtete Schun derweil nicht nur an die Bürgerinnen und Bürger und deren Hinweise, sondern auch an Kay Rosenkranz. Seit eineinhalb Jahren betreut er als Teamleiter Bevölkerungsschutz das Projekt Sirenen. „Er war in den vergangenen Tagen schon ziemlich angespannt, ob alle Sirenen auslösen – gerade auch mit Blick auf die neuen. Und sie haben funktioniert, entsprechend gute Arbeit hat er geleistet.“
