Die Glasfaser NordWest GmbH & Co. KG, ein Gemeinschaftsunternehmen von EWE und der Telekom, baut in Wilhelmshaven zurzeit mehr als 12.700 Glasfaseranschlüsse. Dieser Ausbau erfolgt ohne Zuschüsse von Bund und Land, weswegen er auch nicht von den Förderkürzungen des Landes für den abgelegenen ländlichen Raum betroffen ist. Das teilt das Unternehmen mit.

Der Glasfaserausbau ist in vier unterschiedliche Ausbauprojekte aufgeteilt. Hierzu gehören Aldenburg (2800 Glasfaseranschlüsse), Himmelreich-Coldewei (2100), Maadebogen-Altengroden (3400) und Neuengroden (4400). Es werden sogenannte FTTH-Anschlüsse installiert. Die Abkürzung FTTH steht für „Fiber To The Home“ und bedeutet, dass die Glasfaser bis in jedes Haus und bis in jede Wohn- oder Geschäftseinheit von Mehrfamilienhäusern geht.

Pressesprecher Holger Zander nimmt zu Fragen der Redaktion schriftlich Stellung:

Wo gibt es aus Sicht von Glasfaser Nordwest in Wilhelmshaven dringenden Bedarf bzw. in welchen Bereichen der Stadt haben Kunden diesen Bedarf angemeldet?

Holger ZanderWir benötigen – wie andere Marktteilnehmer – keine Nachfragebündelung (das Sammeln von Kundenaufträgen bis zu einer bestimmten Anzahl, um mit dem Ausbau loszulegen, die Red.), um den Ausbau durchzuführen. Wir überprüfen unsere Potenziale im Vorfeld des Ausbaus selbstverständlich auf Wirtschaftlichkeit, da wir ausschließlich eigenwirtschaftlich, das heißt ohne Inanspruchnahme von Fördermitteln, arbeiten.

Was ist für dieses und die kommenden Jahre in Wilhelmshaven an Ausbaumaßnahmen geplant?

ZanderOb neben den vorhandenen Ausbauprojekten weitere Teile Wilhelmshavens in Planung sind, kann ich aufgrund unterschiedlicher kartellrechtlicher Auflagen nicht bekannt geben. Wir verfolgen das große Ziel, 1,5 Millionen Haushalte und Unternehmen im Nordwesten Deutschlands mit Glasfaser zu versorgen. In diesem Zusammenhang betrachten wir natürlich alle Kommunen hinsichtlich weiterer Potenziale und sehen auch in Wilhelmshaven grundsätzlich weitere eigenwirtschaftliche Potenziale.

Welche Unternehmen sind mit dem Glasfaserausbau in Wilhelmshaven betraut?

ZanderDer Glasfaserausbau ist eine echte Gemeinschaftsaufgabe. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir ausschließlich mit Partnerunternehmen zusammen, die nachweislich umfassende Erfahrungen beim Bau von komplexen Telekommunikationsnetzen haben. In Wilhelmshaven arbeiten wir mit der Telekom Deutschland und der Thoman & Fuchs Glasfasertechnik zusammen.

Was steht durch ausbleibende Landesförderung infrage?

ZanderDa wir uns nicht am geförderten Ausbau beteiligen, ist der eigenwirtschaftliche Ausbau durch Glasfaser Nordwest in Wilhelmshaven nicht gefährdet. Es steht demnach nichts infrage

Gibt es andere Fördermöglichkeiten, die in Anspruch genommen werden?

ZanderAls Infrastruktur-Unternehmen arbeiten wir komplett eigenwirtschaftlich und ohne Nachfragebündelung. Wir bauen ein offenes Netz und ermöglichen den Anwohnerinnen und Anwohnern dadurch große Freiheiten bei der Anbieter- und Produktwahl. Aufgrund der kartellrechtlichen Auflagen beteiligt sich Glasfaser Nordwest nicht an Fördermaßnahmen.

Vielfach ist der Anschluss bis ins Haus gelegt worden, doch die endgültige Inbetriebnahme mit der Zurverfügungstellung der Router lässt auf sich warten. Wie geht es für den Endkunden weiter, wenn er Glasfaser bis ins Haus (Keller) gelegt bekommen hat?

ZanderDer Infrastrukturausbau mit Glasfasertechnik ist ein sehr komplexer Vorgang. In Wilhelmshaven ist es in der Vergangenheit durch eine schwierige Gemengelage bei dokumentierten und nicht dokumentierten Fremdleitungen zu Verzögerungen bei der Anbindung unserer Ausbaugebiete an das Weitverkehrsnetz gekommen. Gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen und der Stadtverwaltung haben wir eine Lösung gefunden, so dass in den kommenden Tagen eine neue Dynamik den Ausbau beleben wird. In der Regel erfolgt der Versand des Routers wenige Tage nach der Inbetriebnahme der Anschlüsse in den Wohnungen. Auskunft zum Versandtermin eines Routers erteilen die Telekommunikationsanbieter EWE und Deutsche Telekom. Wir bedauern die Verzögerung aufgrund der Komplikationen beim Bau des Netzes sehr. Das entspricht nicht unserem Standard. Wir bitten noch um etwas Geduld und Verständnis und geben unser Bestes, die Aufträge so schnell wie möglich fertigzustellen.

Hartmut Siefken
Hartmut Siefken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung