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NWZonline.de Region Wilhelmshaven

„Werden in Europa um den Standort beneidet“

11.02.2006

Wilhelmshaven Vor 33 Jahren war – seinerzeit von Ruhrgas und Gelsenberg als Gesellschaftern – die Deutsche Flüssigerdgas Terminal Gesellschaft (DFTG) gegründet worden. Unmittelbar nach der Aufspülung des Voslapper Grodens nahm sie – hart an der Grenze zur Gemeinde Wangerland – ein 84 Hektar großes Gelände in Besitz. Dort sollte die DFTG ein Anlandeterminal für verflüssigtes Erdgas schaffen.

Die Planungen vor Ort und die Verhandlungen mit möglichen Lieferanten nahmen ihren Anfang. Doch der Optimismus und auch die Hoffnungen der Wilhelmshavener auf einen weiteren potenten Wirtschaftspartner am tiefen Fahrwasser versickerten im Sand, dem einzigen Element, das in der Folgezeit auf diesem Areal bewegt wurde.

Was blieb, war die Ausschau nach besseren Zeiten. Schließlich wird die Wirtschaftlichkeit eines LNG-Projektes vornehmlich bestimmt durch die Entwicklung der Energiepreise. Steigen sie, können höhere Bezugspreise für LNG durch auf dem Markt erzielbare Erlöse abgedeckt werden. Zudem spielt auf dem Energiemarkt auch die Diversifikation – hier die Verbreiterung des Importes zur Verminderung des Risikos der Abhängigkeit – eine immer wichtigere Rolle.

Die über dreißigjährige Geschichte der DFTG, der damit verbundenen Hoffnungen, zum Teil auf Prognosen beruhend, die so nicht eintrafen, streifte Eberhard Lange, DFTG-Geschäftsführer, am Donnerstagabend im Pumpwerk in seinem Vortrag vor Mitgliedern der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung, zu deren Gründungsmitgliedern er seinerzeit gehörte.

Lange lenkte den Blick seiner vielen Zuhörer vor allem in die energiepolitische Zukunft, die untrennbar mit Erdgas verbunden ist. LNG – da ist er aufgrund der Entwicklung ganz sicher – wird langfristig einen Beitrag zur deutschen Erdgasversorgung leisten.

So kommt das Terminal in Wilhelmshaven nun wohl endgültig ins Gespräch. Die Konzerngesellschaft Eon Ruhrgas (Essen), die 78 Prozent an der DFTG – 12 Prozent liegen bei der BEB Transport GmbH & Co KG (Hannover) und 10 Prozent bei der VNG Verbundnetz Gas AG (Leipzig), deren Hauptgesellschafter die Oldenburger EWE AG mit 47,9 Prozent ist – hält, entscheidet nach einer Machbarkeitsstudie. In deren Rahmen werden technische und wirtschaftliche Voraussetzungen dieser 500-Millionen-Euro- Investition geprüft. Geprüft werden auch mögliche synergetische Effekte – etwa die Nutzung von Kraftwerks-Abwärme bei der Rückversetzung des verflüssigten Erdgases in gasförmigen Zustand.

Zu den Prämissen gehören zudem LNG-Bezugsverträge und die erforderlichen Schiffe. Verhandelt – das ließ ein Eon-Sprecher durchblicken – werde mit potenziellen Lieferländern im Nahen Osten, West- und Nordafrika. Wenn dann die Entscheidung für LNG-Import fällt, ist es eine Entscheidung für Wilhelmshaven. In einer Pressemitteilung des Unternehmens wird Eon-Vorstandsvorsitzender Wulf H. Bernotat so zitiert: „LNG ist eine vielversprechende Option. Das geplante Terminal in Wilhelmshaven gibt Deutschland den Anschluss an den weltweit wachsenden LNG-Markt.“ In seinem Vortrag sagte es DFTG-Geschäftsführer Lange so: „Anfang nächsten Jahres hauen wir den Spaten in die Erde.“ Wilhelmshaven sei der Standort, um den der Konzern in Europa beneidet werde.

Wilhelmshaven – der Ineos-Anleger bietet Platz auch für einen LNG-Tanker – habe eine kurze Revierfahrt, liege nahe am Erdgas-Verbundsystem und nahe an den erheblichen Speicherkapazitäten in den Etzeler Salzkavernen, die noch erweitert würden.

Die Rahmenbedingungen hätten sich im Laufe der Zeit geändert. So seien hier jetzt lediglich zwei Tanks – über 40 Meter hoch mit einem Fassungsvermögen von jeweils bis 160 000 Kubikmeter – geplant. Lange rechnet mit bis zu 100 neuen Arbeitsplätzen im Terminal, zu denen eine noch größere Anzahl bei den Partnern kämen.

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