WILHELMSHAVEN - Das Beste aus 25 Jahren haben die Verantwortlichen zur Jubiläumstournee des Feuerwerks der Turnkunst versprochen. Entsprechend hoch dürften die Erwartungen des Publikums bei den zwei Vorstellungen gestern in der Wilhelmshavener Nordfrost-Arena gewesen sein. Ob nun wirklich das Beste präsentiert wurde sei dahingestellt – spektakulär war die Show allemal.
So sollte das kurzweilige Programm mit atemberaubender Akrobatik und komödiantischen Elementen viele der fast 6000 Zuschauer überzeugt haben. Dabei wurde das Publikum von einem Höhepunkt zum nächsten geführt, an deren Ende der unvergleichliche Auftritt der 'Alexis Brothers' stand. Das Paar scheint bei seiner Zeitlupen-Akrobatik die physischen Grenzen verschwimmen zu lassen und erntete nicht zu Unrecht großen Applaus.
Nicht minder akrobatisch präsentierte sich das 'Trio Bellissimo'. Mit ihrer sinnlichen Darbietung ließen die drei Ukrainerinnen das Publikum staunen. Aber auch Maxim Popazov, der Tisch und Stühle als Sportgerät zweckentfremdete und im Handstand Bücher las, provozierte immer wieder Szenenapplaus. Ebenso entlockten Artem Ghazaryan und Thomas Greifenstein während ihrer angedeuteten Stripshow mit dem Seitpferd wohl vor allem dem weiblichen Publikum den einen oder anderen ermunternden Ausruf. Dazu überzeugten die beiden während der 'Turn-Potpourris', die gewissermaßen als Zwischenspiel eine ganze Reihe Künstler verschiedener Couleur zeigten.
Nicht minder spektakulär machten es die 'Catwall Acrobats' mit Trampolin und Acrylglas-Wand, das Team der 'Aomori-University' mit temporeicher Rhythmischer Sportgymnastik sowie die 'Troupe Jouravel' am Dreier-Reck.
Weniger perfekt wirkte der Auftritt der Schweizer 'd’Holmikers' – natürlich beabsichtigt. Sie sorgten mit einer lustigen Horrorshow am Barren ebenso für Gelächter wie Rhönrad-Komiker Konstantin Mouraviev. Gleichfalls regten Rosemie und Pantomime Herr Niels, die durch das Programm führten, ständig zum Schmunzeln an.
Einen gelungenen Einstieg in die Veranstaltung lieferte die Gruppe 'Impetus Gymnacro' vom TSR Olympia Wilhelmshaven. Wenngleich die 20 Nachwuchsturner (noch) nicht zu dem Besten der vergangenen 25 Jahre zählen.
