• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wilhelmshaven

Herabwürdigend – Radiomoderator muss Schmerzensgeld zahlen

06.08.2019

Wilhelmshaven 700 Euro Schmerzensgeld hat das Amtsgericht Wilhelmshaven einem früheren Wilhelmshavener Kommunalpolitiker zugesprochen, über den der lokale Rundfunksender „Radio Jade“ „in herabwürdigender Form“ berichtet hatte. Die Summe ist das Ergebnis eines Rechtsstreits, dessen Grundlagen inzwischen vier Jahre zurückliegen.

In den Jahren 2015/2016 war der inzwischen in Schortens lebende Michael K. Opfer einer mysteriösen Anschlagsserie. Unter anderem wurden ihm Autoreifen durchstochen oder so mit einem Nagel präpariert, dass sie bei hoher Geschwindigkeit an Druck verlieren würden. Als Motiv wurde ein Racheakt vermutet, weil der Betroffene zuvor das politische Lager gewechselt hatte, um sich von der zunehmenden Radikalisierung früherer politischer Weggefährten zu distanzieren. Nachdem damals die NWZ  exklusiv über die Vorfälle berichtet hatte, griffen auch andere Medien, darunter „Radio Jade“ das Thema auf.

Kein Einvernehmen

In der Berichterstattung des lokalen Radiosenders fühlte sich Michael K. jedoch plötzlich als Täter dargestellt, der unter dem Verdacht stehe, die Anschläge selbst erfunden zu haben. Bei voller Namensnennung wurde über Vorwürfe gegen ihn berichtet, in denen ihm Stalking der Nachbarschaft und das Verbreiten erfundener Geschichten unterstellt wurde. Außerdem sei er inzwischen weggezogen, weil er sich finanziell übernommen habe – und seitdem herrsche endlich Ruhe in der Nachbarschaft.

Nachdem es nicht gelungen war, einen einvernehmlichen Weg zur Korrektur der Berichterstattung zu finden, um so den Streit beizulegen, ging Michael K. rechtlich gegen den verantwortlichen Radioredakteur Markus P. vor, der den Wilhelmshavener Sender inzwischen verlassen hat. Er forderte ein Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro für die herabwürdigenden Äußerungen.

In der Beweisaufnahme ließ das Amtsgericht Wilhelmshaven durchblicken, dass es einen Anspruch auf Schmerzensgeld durchaus als gegeben ansehe und regte an, den Rechtsstreit mit einem Vergleich zu beenden. Letztlich einigten sich die Parteien auf einen Betrag von 700 Euro.

Vielleicht nicht das Ende

Ob mit der Zahlung dieser Summe die Angelegenheit endgültig erledigt ist, scheint derzeit jedoch fraglich. In der jahrelangen Kommunikation mit den Informanten des Senders, der Sendeleitung und der Landesmedienanstalt sei soviel gelogen und getrickst worden, dass es möglicherweise nötig werde, auch diese Vorgänge gerichtlich überprüfen zu lassen, sagt Michael K. gegenüber der NWZ.

Jürgen Westerhoff Redakteur / Regionalredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2055
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.