Wilhelmshaven - Eine Wendung hat die Zusammenlegung der AOK-Regionen Jade und Ostfriesland genommen. Wie der Vorstandsvorsitzende der AOK Niedersachsen, Dr. Jürgen Peter, gestern in Wilhelmshaven sagte, bleibt der bisherige Direktor der AOK-Region Jade, Jürgen Thiedemann, weiter in Diensten der Gesundheitskasse. In der Region werde unter seiner Führung das Pilotprojekt Wirtschaft und Gesundheit für ganz Niedersachsen angesiedelt.
Peter widersprach dem Eindruck, dass die AOK mit der Gründung der Regionaldirektion Ostfriesland-Jade zum 1. Januar ihre Präsenz in Wilhelmshaven und den Nachbarlandkreisen Friesland und Wittmund zurücknehmen wolle. Im Gegenteil: Das Personal werde um zehn Prozent auf 119 aufwachsen. Man plane für 2014 eine Offensive in der Kundenorientierung.
Der neue Regionaldirektor Dr. Norbert Hemken (41), künftig verantwortlich für das operative Geschäft der Krankenkasse auf der ganzen ost-friesischen Halbinsel, werde seinen Sitz in allen zwölf Hauptstandorten der Region haben. Thiedemann, direkt der zentralen AOK-Geschäftsführung und dem Vorstand in Hannover zugeordnet, bleibe aber Ansprechpartner vor Ort.
Die ursprüngliche Planung, die zu Weihnachten bekannt geworden war, hatte eine Zusammenlegung beider Regionaldirektionen mit Sitz in Aurich vorgesehen. Thiedemann (64) hätte in den vorgezogenen Ruhestand gehen sollen.
Peter räumte ein, dass er mit der neuen Ausrichtung der Reform auch auf den Protest aus der Region reagiert habe. Für Wilhelmshaven hat sich dabei besonders Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) eingesetzt, der das AOK-Projekt Wirtschaft und Gesundheit ebenso unterstützen will wie der Landtagsabgeordnete Holger Ansmann (SPD) und Wilhelmshavens Oberbürgermeister Andreas Wagner (CDU). Die Stadt, für die der Erste Stadtrat Jens Stoffers Peter begrüßte, hat als erster Arbeitgeber ihre Teilnahme zugesagt. Ich bin sehr froh, dass die Region aus der Reform gestärkt hervorgeht, so Thiedemann. Sein Vertrag bei der AOK könnte um bis zu drei Jahre verlängert werden. Wie Peter sagte, sei das Projekt Wirtschaft und Gesundheit aber langfristig angelegt, so dass danach mit einer Nachbesetzung der Stelle zu rechnen sei.
