Wilhelmshaven - Das Geld auf dem Sparbuch bringt keine Rendite mehr, die Zinsen sind zu niedrig. Damit dennoch ein möglichst guter Ertrag eingefahren werden kann, investieren viele Bürger nicht erst seit einiger Zeit – allerdings vor allem während der Corona-Pandemie – in ihr Eigenheim oder ihren Garten. Doch mitunter wird das Vorhaben, das Eigenheim flott zu machen, inzwischen zu einer großen Zitterpartie. Grund dafür sind die enorm gestiegenen Preise für Baumaterialien sowie kaum abzuschätzende Lieferzeiten.
Einige Produkte kaum mehr zu bekommen
Einige Produkte sind kaum mehr zu bekommen, Hersteller nehmen mitunter aktuell keine Bestellungen mehr an. Dann heißt es, sich umzuhören, wo noch etwas (zu höheren Preisen) zu bekommen ist – schließlich gibt es Verträge mit Termin- und Kostenvereinbarungen, die eingehalten werden müssen. „Da lässt sich dann meistens auch nichts mehr am Preis machen. Bei neuen Aufträgen ist es für Unternehmen ratsam, auf die aktuelle Lage und den tagesaktuellen Preis hinzuweisen – Kalkulationen sind derzeit sehr schwierig. Zudem sind Bauverzögerungen nicht auszuschließen“, so Koopmann weiter.
Lieferzeiten von bis zu zwei Jahren
Fehlen im Kunststoffbereich in erster Linie Granulate, ist auch die Holzbranche stark betroffen. „In Deutschland macht der Borkenkäfer der Holzindustrie sehr zu schaffen“, erklärt Klaus-Markus Meyer, Marktmanager von Hornbach in Wilhelmshaven. Zudem habe sich eine Art Wettbieten entwickelt, da inzwischen auch China und die USA auf Holz aus Europa zurückgreifen und mitunter das sechsfache vom herkömmlichen Preis bieten würden.
Vor allem überall dort, wo Kunststoffe eingesetzt werden und die Lieferketten gestört sind, wird es mit der Zeit eng. Betroffen sind unter anderem auch Styroporplatten und andere Dämmmaterialien sowie auch PVC-Rohre. „Auch Zement wird inzwischen knapp“, erklärt Klaus-Markus Meyer. Wer sich beispielsweise einen Wintergarten wünscht, muss sich so derzeit arg gedulden: „Die Nachfrage bei uns im Markt ist groß, doch die Lieferzeiten liegen mitunter bei bis zu zwei Jahren“, so Meyer weiter.
