Wilhelmshaven - Die Bürger lechzen wieder nach Kultur, sagte Oberbürgermeister Carsten Feist am Montag im Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft, Tourismus und Häfen. Gleichzeitig aber sei die Stadt zum Sparen gezwungen und dabei dürfe es keine Tabus geben. Dass dieser Tage eine Auflistung aus der Verwaltung öffentlich wurde, die ausgerechnet mögliche Einsparungen im Kulturbereich enthält, sorgt für Diskussionen.
Dass die Liste „durchgesteckt“ wurde und inzwischen öffentlich diskutiert wird, ärgert sowohl den OB als auch den Kämmerer Thomas Bruns. Ja, es gebe diese Auflistung, doch handele es dabei nur um Möglichkeiten, die geprüft werden sollen, betonte Feist. „Die Verwaltung hat keine einzige Kürzung vorgeschlagen. Diese Behauptungen sind falsch.“ Doch es sei im Sinne der erforderlichen Haushaltskonsolidierung auch wenig hilfreich, „jetzt schon zu sagen, was alles nicht geht“.
Die Verwaltung müsse alle Sparmöglichkeiten abwägen, um dem Rat der Stadt eine Grundlage für die Haushaltsberatungen und -diskussionen präsentieren zu können. „Das ist ein ganz normaler Vorgang in der Konsolidierungsphase. Die Verwaltung macht hier nur ihre Arbeit.“
Doch welche Themen aus dem Kulturbereich sind es, die die Verwaltung eine mögliche Prüfung unterziehen will. Laut Liste gehören dazu unter andrem die Schließung von Kunsthalle und/oder Küstenmuseum beziehungsweise deren Zusammenlegung sowie eine Veränderung von Veranstaltungsrhythmen, etwa SailingCup und StreetArt-Festival im jährlichen Wechsel.
Trotz aller Beschwichtigungen des Oberbürgermeisters, es handele sich nur um Prüfungen, haben diese Punkte in den Parteien bereits Wellen geschlagen. Seit diese Liste an die Öffentlichkeit gelangt sei – unter anderem beim Jahresempfang des City-Interessen-Vereins (CIV) wurde daraus zitiert – würden auch die Ratsmitglieder darauf angesprochen, stellten Uwe Heinemann (CDU) und Detlef Schön (SPD) einmütig im Ausschuss fest. Auch sie machten nur ihren Job und wollten, wenn sie auf das Thema angesprochen werden, Rede und Antwort stehen können, konterte Schön den OB.
„Wir stehen zum Beispiel ganz klar zur Kunsthalle und zum Küstenmuseum. Eine Schließung ist mit uns nicht zu machen“, sagte er stellvertretend für die SPD-Ratsfraktion.
