WILHELMSHAVEN - Eines der ältesten Wilhelmshavener Unternehmen ist ins Wanken geraten: Dieter Vogel, Inhaber des traditionsreichen Modehauses Bartsch, hat laut einer Pressemitteilung am Donnerstag den Antrag auf Eröffnung eines vorläufigen Insolvenzverfahrens gestellt.

Gründe dafür seien ökonomische Rahmenbedingungen und weitere ungünstige Faktoren, die die gesamte Textilbranche beträfen. 'Die wirtschaftliche Situation lässt keine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs in dieser Form zu.' Deshalb habe man sich zu dem Antrag auf Insolvenzeröffnung entschlossen. Das Unternehmen hat derzeit 26 fest angestellte Mitarbeiter und Aushilfen. Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Eigentlich wollte das traditionsreiche Modehaus das ganze Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiern – ob es eine Zukunft des Modehauses geben wird, ist nun offen. Bitter: In den vergangenen Wochen wurde bereits ein Sanierungskonzept entwickelt, mit dem allerdings eine Flächenverkleinerung und auch eine Personalreduzierung verbunden gewesen wären. Die Maßnahmen konnten aber nicht fristgerecht mit den Vertragsparteien umgesetzt werden. Vogel: 'Natürlich werden wir alles unternehmen, um sozialverträgliche Lösungen zu finden.'

Dieter Vogel hatte Anfang 2012 die Verantwortung für das 1888 gegründete Unternehmen übernommen. Damals steckte das Unternehmen tief in den roten Zahlen. Seitdem vollzog das Mode-haus einen kompletten Imagewechsel. Unter dem Motto 'Zieh mich an!' wurde Bartsch innerhalb von einem Jahr komplett 'umgezogen' und konzeptionell neu aufgestellt. Mit Erfolg und steigenden Umsätzen.


Dennoch hat es nicht für das Traditionsunternehmen gereicht. 'Wir müssen uns der Realität stellen: Am Ende entscheiden die Zahlen, und nicht der Wunsch nach einer Zukunft', so Vogel. Mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Bernd Sundermeier soll jetzt das Konzept – gegebenenfalls unter Einbeziehung neuer Investoren – verwirklicht werden.