Wilhelmshaven - Im neuen Stadionhaus an der Göker-/Ecke Friedenstraße sind Ruhe und gleichzeitig Leben eingekehrt. Ruhe, denn die letzten Handwerker sind abgezogen und Leben, weil 17 der dort entstandenen 21 Wohneinheiten bereits bezogen sind.
Das Areal, auf dem höherklassiger Fußball einst sein Wilhelmshavener Zuhause hatte, ist damit komplett bebaut. Der letzte, weiße Fleck war der, auf dem die Volksbank Wilhelmshaven über eine Tochter das zweite Stadionhaus hat bauen lassen.
Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Wohngebäude. Hier wohnen ausschließlich Menschen mit Betreuungsbedarf, seien es Senioren oder Personen mit Handicap. Betrieben wird das Haus vom Kreisverband Wilhelmshaven/Friesland der Arbeiterwohlfahrt (Awo).
Nachdem bereits das benachbarte erste Stadionhaus im Besitz der Volksbank gewesen ist, habe man entschieden, auch das zweite zu realisieren, sagt Tobias Reisse vom Vorstand. „Damit wollten wir die städtebauliche Entwicklung der Stadt vorantreiben und gleichzeitig Wohnraum für Ältere und Menschen mit Behinderung schaffen – das passt zu unserer genossenschaftlichen Identität“, so Reisse weiter. Mit nur wenigen Wochen Zeitverzug – Corona hat auch in der Baubranche zu Produktions- und Lieferengpässen geführt – konnten Ende Juli die ersten Mieter einziehen.
Die ersten Mieter sind bereits eingezogen
Zwischen 35 und 80 Quadratmeter groß sind die Wohnungen, weiß Awo-Geschäftsführerin Doris Tjarks. Nur vier, alle aus der kleinsten Kategorie, stehen noch frei. „Wir haben lange Wartelisten, gerade für die größeren Wohnungen“, so Tjarks. Das gelte zwar genauso für die anderen, von der Awo betriebenen Häuser. Aber gerade der Neubau sei auch für Menschen mit weniger Geld oder kleiner Rente gut finanzierbar, was die Nachfrage natürlich größer mache.
Obwohl die ersten Mieter schon vor einigen Wochen eingezogen seien, beginne erst jetzt das richtige Ankommen, denn „die letzten Handwerker sind weg“, sagt die Geschäftsführerin. Das Nebeneinander sei für beide Seiten häufig schwierig gewesen.
Von 8 bis 16 Uhr sind Mitarbeiter der Awo für die Betreuung der Mieter vor Ort. Ansonsten übernehmen Pflegedienste (über Hausnotruf). Es gibt Gemeinschaftsräume, aber jeder Bewohner hat vor allem sein eigenes Reich. Auch eine Fläche für Gastronomie steht zur Verfügung. Hier fehlt aber noch ein Betreiber. „Wir sind mit verschiedenen Interessenten im Gespräch“, erklärt Tobias Reisse. „Wir hoffen auf einen guten Abschluss.“
