Wilhelmshaven - Letztendlich sechs leuchtende Kreuze, eine dunkle Großstadtsilhouette, ein verwirrendes Ineinander von Gittern und Türen, darüber die sechsköpfige Band. Das ist die Szene (Bühne: Cornelia Brey) in, auf und vor der die Blues Brothers Jake (Benno Schulz) und Elwood (Holger Spengler) im Auftrag des Herrn ihre alten Bandmitglieder und mit ihnen zusammen die 5000 Dollar einsammeln, um das Waisenhaus zu retten, in dem sie aufgewachsen sind. Weil, um es mit Kafka zu sagen, der Weg das Ziel ist, so ist auch der finale Erfolg der Blues Brothers letztendlich sekundär. Die Blues Brothers, so wie sie am Sonnabend im Wilhelmshavener Stadttheater vom Premierenpublikum begeistert aufgenommen wurden, leben von den Songs der Protagonisten und deren Mitspieler, von Rock-, Country-, Blues- und spiritueller Musik, von Elvis Presley bis zur Bach-Toccata. Das Stück ist eine Ikonographie verschiedenen Musikgeschmacks. Wenn man so will, ist das die Botschaft der Blues Brothers.

Regisseur Holger Seitz hat mit flüssigen Übergängen von Spielszenen und Dialogen zu den meist vertanzten Songs den Revuecharakter des Werkes (Choreographie: Till Nau) betont. Der Witz der Inszenierung, die sich an den Film anlehnt und somit auch der Idee des Road Movie folgt, basiert, neben zahlreicher Parodien, auf purer Pantomime, mit der die Verfolgungsjagden auf der imaginären Straße angedeutet werden. Das wird von Schulz, Spengler undamp; Co. toll umgesetzt, besonders, wenn nach einem Crash der Verfolger untereinander, die Insassen der Fahrzeuge lustig umeinander purzeln.