Wilhelmshaven - An der Kaikante sitzen, den vorüber fahrenden Schiffen im Großen Hafen nachzuschauen, der Shantymusik zu lauschen und auch noch das traditionelle Seemannsgericht Labskaus zu genießen, war für viele Einheimische und Touristen am vergangenen Sonntag auch bei der tropischen Hitze am Bontekai in Wilhelmshaven das Highlight des Wochenendes. Das 7. Internationale Shantychor-Festival ist Vergangenheit, es wurde zum ersten Mal gemeinsam mit dem traditionellen Labskausessen veranstaltet. Helmut Möhle, Organisator des Shantychor-Festivals, wurde in diesem Jahr der „Labskausorden“ verliehen. Er wertete den Zusammenschluss beider Veranstaltung als Erfolg. „Diese Premiere ist uns gelungen, Shantychor-Festival und Labskausessen in einer Veranstaltung gehören zusammen“, war auch von Michael Diers als Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH (WTF) zu hören.

Eine lange Schlange bildete sich bereits ab 11 Uhr vor der Feldküche der Marine am Bontekai, die um 17 Uhr ihre letzte Portion Labskaus verkaufte, insgesamt 2.500 Portionen, für acht Euro mit Spiegelei, Rollmops, saurer Gurke und Roter Bete. Das Fazit der Gastronomie fällt eher nüchtern aus. Bis zum späten Sonntag-Nachmittag haben der Rüstersieler Hof, das Hotel Seestern wie auch das Restaurant am Fliegerdeich und das Boothaus am Stadtpark deutlich weniger Portionen verkauft als im letzten Jahr. Auf dem Heimschiff „Arkona“ ging um 13 Uhr die letzte von 100 Portionen Labskaus für 13 Euro über die Theke. „Plietsch7“ (Musiker des Marinemusikkorps Wilhelmshaven) und Chöre aus Gütersloh, Münster, Norddeich und Wilhelmshaven sowie aus Delfzijl in den Niederlanden standen auf den zwei Bühnen, einer festen und einer auf dem Marineschlepper „Scharhörn“, und brachten bei sonnigem Wetter maritime Stimmung und auch ein wenig Fernweh unter das Publikum, das bei einigen Liedern begeistert mitklatschte und mitsang. Dieser Standort, der „Bontekai“, sei die richtige Location für eine solche Veranstaltung und der Marineschlepper „Scharhörn“ gemeinsam mit dem Ausbildungsschlepper „MWB Föhr“ und dem Heimschiff „Arkona“ habe das passende Ambiente geboten, fanden viele Besucher.