Wilhelmshaven - Mit Pferden, Ponys, Dromedaren, Rindern, Lamas, Ziegen, Hunden und Eseln ist der „Circus Olympia“ seit Monaten in der Jadestadt gestrandet. Die Zirkusfamilie hadert mit der aktuellen Situation, hofft darauf, zeitnah wieder auf Tournee gehen zu können. Doch derzeit ist daran noch nicht zu denken. Dennoch: Trotz der derzeitigen Notsituation gibt die Familie nicht auf, trainiert täglich mit den mehr als 30 Tieren, als würde die nächste Show bereits bevorstehen.
Auf Unterstützung ist die Zirkusfamilie aber trotzdem angewiesen. „Durch einige Beiträge sind wir auf den Zirkus aufmerksam geworden“, sagt Wiebke Endres, Koordinatorin des Neuen Gymnasiums. Mit „wir“ meint sie die Arbeitsgemeinschaft „Sozial engagiert“, in dem sich 14 Jugendliche des 11. und 12. Jahrgangs einem sozialen Projekt annehmen. In der AG sollen sie lernen, eigene Projekte zu planen und zu kalkulieren. „Also ein bisschen Projektmanagement. Es ist somit eine Win-Win-Situation“, so Endres. Denn in dem Projekt in diesem Jahr ging es darum, Spenden für den Circus Olympia zu sammeln. Dabei wurden die Schüler kreativ und züchteten zum Beispiel Pflanzen, die sie dann wiederum verkauften.
Zirkusfamilie ist auf Unterstützung angewiesen
Um sich zu bedanken, gab der Zirkus im Kinder- und Jugendhospiz „Joshuas Engelreich“ am Dienstag eine kleine Show für Mitarbeiter und Bewohner. Eigentlich sollte an diesem Tag eine Akrobatik-Nummer vorgeführt werden, doch aufgrund des regnerischen und stürmischen Wetters musste umgeplant werden. „Es wäre für die Artisten zu gefährlich gewesen, weil sie hätten ausrutschen können und das wollen wir ja auch nicht“, erklärte Endres. Stattdessen gab es eine kleine Hundeshow mit Apollo, Little Rocky und Tyson sowie deren Besitzerin Virgina Lauenburger.
Auch für die Tiere war es ein Premiere. Denn nach Monaten ohne Show und Publikum, waren sie es nicht mehr gewohnt vor anderen Menschen aufzutreten. Zurzeit trainieren sie mit ihrer Besitzern allein. „Wir müssen schauen, wie gut es funktioniert. Aber ich werde sie zu nichts zwingen“, betonte Lauenburger vor der Show. „Ich sehe vor allem bei Little Rocky, dass er etwas nervös ist.“
Monate ohne Shows
Wie gut die Drei ihre Show trotzdem gemeistert haben, konnte man an den glücklichen Kindergesichtern sehen und dem lauten Applaus hören. Durch einen Reifen springend, balancieren oder über Lauenburgers Beine springend – die Hunde haben die großen und kleinen Zuschauer begeistert.
Nach dem Auftritt von Lauenburger und ihren Hunden Apollo, Little Rocky und Tyson ging es weiter mit einer kleinen Zauberschau von Zauberer Felix. Mit seinen Wahrsager- und Kartentricks brachte er die Kinder und Jugendlichen ebenfalls ins Staunen.
„Wir haben uns total gefreut. Die Aktion ist vor allem jetzt in der besonderen Zeit ein Highlight“, resümierte Kim Friedrichs, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit des Kinder- und Jugendhospizes.
