Wilhelmshaven - Manchmal können nur ein paar Sekunden schon eine Menge Schaden anrichten. Das erlebten jetzt auch Mitarbeiter und Kunden des Lebensmittelmarktes Combi an der Gökerstraße. Wie die „Wilhelmshavener Zeitung“ berichtete, war am Sonntag im Stadtnorden und im Zentrum kurzzeitig der Strom ausgefallen. Ursache dafür waren so genannte Erdschlüsse, wegen derer die GEW kurzzeitig den Strom abschalten musste – so auch im Combi-Markt.

Problem nur: Das hatte zur Folge, dass auch die Tiefkühltruhen zu kühlen aufhörten. Und das ist fatal, wie Martina Monsees, Pressereferentin der J. Bünting Beteiligungs AG, auf Nachfrage der WZ erläuterte: Für etwa eine Minute sei am Sonntagmorgen der Strom ausgefallen, dabei sei es auch zu einem Schaden an der Steuerung der Tiefkühltruhen gekommen.

„Der Marktleiter bekam einen automatischen Alarm weitergeleitet und war wenig später im Markt. Zu diesem Zeitpunkt war die tiefgekühlte Ware bereits teilweise angetaut bzw. die Kühlkette unterbrochen“, so Monsees.

Das Problem, so die Pressereferentin weiter: „Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes darf einmal angetaute Ware weder verschenkt noch erneut eingefroren werden, sondern muss entsorgt werden.“ Ein Notstromaggregat gibt es im Combi-Markt in der Gökerstraße laut Monsees nicht.

Doch zumindest: „Unsere Kunden in Wilhelmshaven haben bisher großes Verständnis für die Situation gezeigt. Die Tiefkühltruhen werden voraussichtlich am Donnerstag wieder voll funktionstüchtig sein. Ab Freitagnachmittag können Kunden wie gewohnt frische tiefgekühlte Waren bei uns einkaufen.“


Laut Christian Kucklick, Leiter Marketing bei der GEW, könne es grundsätzlich immer zu derartigen Störungen kommen. Aber: „Wir als GEW Wilhelmshaven betreiben eines der stabilsten und zuverlässigsten Netze in Deutschland.“ Die Störungswahrscheinlichkeit sei in Wilhelmshaven also niedriger als anderswo und liege auch unter dem Bundesdurchschnitt.

Sollte es doch mal zu Fällen wie am Wochenende kommen, verfahren die Mitarbeiter nach einem festen Handbuch, erläutert Kucklick: „Wenn es einen Störfaktor gibt, dann wird sofort gehandelt – und zwar so, dass die Kunden möglichst wenig davon mitbekommen.“ Weil in solchen Fällen also so schnell wie möglich reagiert wird, sei es auch schwierig, Kunden im Vorfeld zu informieren: „Wir müssen dann umgehend handeln.“ Und: „Selbst wenn wir um 6 Uhr am Sonntagmorgen unsere Kunden zum Beispiel über Facebook informieren würden, wäre davon auszugehen, dass viele das nicht lesen.“

Und was passiert nun im Falle des Combi-Marktes? „Betroffene haben das Recht, den Schaden bei uns zu melden. Wir leiten das dann an unsere Versicherung weiter und die prüft, ob das Verschulden bei der GEW lag oder ob die Kunden fahrlässig gehandelt haben“, so Christian Kucklick weiter.