Wilhelmshaven - Beim Blick auf die Segelliste des Port Office fiel bei den geplanten Schiffsankünften dieser Tage zunächst keines sofort ins Auge. Doch irgend etwas war doch mit dem Containerschiff „Maersk Elba“. Nein, mit maximal 13.100 Standardcontainern ist es ist nicht der nächste größte Containerriese auf den Weltmeeren, auch nicht der Auftakt eines neuen Liniendienstes am Eurogate Container Terminal Wilhelmhaven (CTW).

Ein Feuer war am zweiten Weihnachtstag 2020 an Bord des 366 Meter langen Schiffes ausgebrochen! Die „Maersk Elba“ war auf dem Weg von Colombo auf Sri Lanka nach Felixstowe in Großbritannien, wo sie am 30. Dezember eintreffen sollte, als der Brand im Maschinenraum ausbrach. In Lissabon empfingen die Fachleute der portugiesischen Seenotleitung den Notruf des Schiffes. Doch der Besatzung gelang es, das Feuer mit eigenen Mitteln zu löschen. Nach Angaben der portugiesischen Behörden wurde dabei niemand verletzt.

Mehrere Schiffe sicherten den Bereich um den Havaristen. Zwei Meilen vor Sagres an der Algarve vor Anker liegend, drohte das antriebslose Containerschiff bei starkem Wind und hoher See zu verdriften. Deshalb wurde das 2011 gebaute Schiff zunächst von zwei Hochseeschleppern in den spanischen Hafen Algeciras (bei Gibraltar) verholt. Die Reederei MSC, in deren Asien-Europa-Dienst AE1 das Schiff eingesetzt ist, informierte umgehend ihre Kunden.

Nun erweist sich einmal mehr der Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven als Helfer in der Not. Hier hat die „Maersk Elba“ am Mittwoch festgemacht, nun wird dem Vernehmen nach zunächst die gesamte Ladung gelöscht: alle 6700 Boxen sollen runter von dem Schiff.

Anschließend werde der Frachter an einen anderen Liegeplatz verholt. Und dort kommen dann die Experten der Regionalniederlassung Bremen des Unternehmens Belfor zum Einsatz. In etwa zwei Wochen sollen bis zu 100 Mitarbeiter den vom Brand betroffenen Bereich an Bord Dekontaminieren, anschließend erfolgt die Neutralisation. „Durch den Abbrand von Kunststoffen kann zum Beispiel Chlorwasserstoffgas (HCL) entstehen, das in Verbindung mit Löschwasser/Salzwasser kondensiert und sehr schnell Korrosionen auf Metalloberflächen verursacht. Diese gilt es zu entfernen und anschließend ggf. den pH-Wert zu neutralisieren“, heißt es auf der Webseite des Unternehmens. Die Experten seien bereits auf der „Purpel Beach“ erfolgreich im Einsatz gewesen, verriet ein Mitarbeiter. Nach starker Rauch- und Hitzeentwicklung im Laderaum war der Frachter 2015 zum CTW geschleppt worden.

Michael Halama
Michael Halama Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung