Wilhelmshaven - Nach einer kurzen Schockstarre am Anfang des zum Schutz vor der Corona-Pandemie behördlich verordneten Stillstands haben sich die Lehrer der Musikschule berappelt und sich im Unterricht via Internet-Videokonferenzschaltung versucht. Das klappte schließlich insgesamt ziemlich gut, alle haben enorm dazugelernt. Das jedenfalls bescheinigt Musikschulleiterin Katharina Sapozhnikov ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Doch auch Schülern und Eltern spricht sie ein großes Lob und Dankeschön aus, nämlich dafür, dass sie zur Stange gehalten hätten, Verständnis für die eingeschränkten Unterrichtsmöglichkeiten gezeigt und auch die Gebühren weit überwiegend klaglos weiter entrichtet hätten. Damit hätten sie den überwiegend freiberuflichen und von Einkommensverlusten bedrohten Lehrern gegenüber große Solidarität erwiesen.

Mitte vergangenen Monats nahm die Musikschule den Präsenzunterricht wieder auf, zunächst mit den Streich- und Zupfinstrumenten, zuletzt mit den Bläsern. Darauf habe man sich, wie Shapozhnikov erläutert, eingehend vorbereitet, ein Hygienekonzept entwickelt, Mundschutzmasken und Spuckschutzvorrichtungen beschafft. Zu den festgesetzten Einzelunterrichtsstunden werden nur die Schüler, nicht die Eltern ins Haus gelassen, um die Nachvollziehbarkeit der Kontakte sicherstellen und dokumentieren zu können.

Erst Hände waschen, dann musizieren, lautet die Regel. Außerdem werden die Unterrichtsräume und Flure ständig gelüftet. Mit der musikalischen Früherziehung wolle man in den nächsten Tagen wieder beginnen, und zwar auf einer kleinen Wiese neben dem Haus. Die Eltern sollen Decken mitbringen.

Noch nicht möglich sind Orchester- oder Chorproben. Auch die Kooperationsprojekte laufen noch nicht oder nur stockend. Der Instrumentenunterricht in den allgemeinbildenden Schulen hakt, weil die Schüler nur in festen Klassenverbänden und derzeit nicht in klassenübergreifenden Arbeitsgemeinschaften unterrichtet werden dürfen. „Da ist sehr viel Koordinationsarbeit zu leisten“, so Shapozhnikov. Bedauerlicherweise würden derzeit auch die beliebten Singkreise in den Altenheimen ausfallen müssen. als kleine Lichtblicke hätten Schüler Hofkonzerte gegeben.

Hartmut Siefken
Hartmut Siefken Lokalredaktion, Wilhelmshavener Zeitung