Wilhelmshaven - 40 Einheiten der Deutschen Marine werden in den kommenden fünf Jahren mit neuen Radar-Navigationssystemen ausgestattet. Der Auftrag ging an die Wilhelmshavener Firma Arche Systeme GmbH.
Kürzlich wurde zwischen dem Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und dem Unternehmen ein Vertrag über die Lieferung des „Radarnavigationssystem/ECDIS/AIS“ (RadEA) als Kernkomponente des nautischen Führungssystems auf Schiffen, Booten und Landdienststellen der Marine geschlossen.
Start im Jahr 2023
Demnach beginnen die Umrüstungen der Schiffe und Boote bereits im ersten Quartal 2023. Das Projekt soll mit der letzten Einheit im Jahr 2028 abgeschlossen werden, meldet das BAAINBw in einer Pressemitteilung.
„Wir freuen uns sehr über diesen Auftrag“, sagt Arche-Geschäftsführer Joachim Ristau im Gespräch mit der WZ. „Unser bewährter Partner ist das kanadische Unternehmen OSI Maritime, von dem wir Teile der Hard- und Software beziehen und dann die Integration des RadEA auf den Einheiten übernehmen. Damit können wir an unsere Erfahrungen anknüpfen, die wir zuletzt beim ersten Los Korvette K130 eingebracht haben.“ Die Logistik und Ausbildung übernehme die Firma ESG vom Standort Wilhelmshaven als Unterauftragnehmer.
RadEA besteht aus den handelsüblichen Kernkomponenten Radarnavigationssystemen, Elektronisches Seekartendarstellungs- und Informationssystem (ECDIS) und Automatic Identification System (AIS). Mit dem Vertrag zur Regeneration des RadEA sollen die modernisierten Schiffe und Boote die Fähigkeit zu sicheren Teilnahme am Seeverkehr bis zum Ende der Nutzungsdauer der Einheiten erhalten.
„Dazu gehört auch die Erneuerung diverser Anlagen an Land, darunter an der Marineoperationsschule in Bremerhaven und der Marinetechnikschule in Parow, wo sie unter anderem für die Ausbildung der Soldatinnen und Soldaten und die Instandhaltung der Systeme benötigt werden“, erläutert Ristau.
Hier Fregatten und EGV
In Wilhelmshaven werden laut Arche-Geschäftsführer die Radar-Navigationssysteme auf den vier Fregatten der „Brandenburg“-Klasse (F 123) sowie die drei Einsatzgruppenversorger der „Berlin“-Klasse erneuert. Im Ostseebereich sind es alle Minenjagdboote, die sechs Tender und die drei Flottendienstboote. „In der Regel verbinden wir die Integration der Anlagen mit einer Instandsetzungsphase der Schiffe und Boote, idealerweise während der Marinearsenalliegezeit 2 im Anschluss an die Werftphase.“
Grundlage für die Verwendung des RadEA ist ein internationales Übereinkommen der International Maritime Organization (IMO), einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Dieses Übereinkommen fordert die Ausrüstung aller Berufsschiffe im internationalen Seeverkehr mit einem Automatischen Schiffsidentifikationssystem (AIS). „Mit der Erneuerung der AIS-Anlagen fangen wir auf den zwölf ,Seehunden‘ der Minenjagdeinheiten im nächsten Jahr an“, sagt Joachim Ristau.
Im Jahr 2006 wurde auf Grundlage der Ausrüstungspflicht das neue nautische Führungssystem RadEA in die Deutsche Marine eingeführt. Nun muss das bisherige System laut BAAINBw ersetzt werden. So wurden etwa die zu erfüllenden Leistungsparameter durch die IMO verschärft. Auch seit die Aktualisierung zur Vorbereitung auf die Nutzung künftiger Seekartenstandards erforderlich.
