Wilhelmshaven - Das alte Heimschiff „Arcona“ wirkt riesig in der großen Schiffbauhalle der Neue Jadewerft. Sowohl der 66 Meter lange Rumpf als auch die Aufbauten sind bereits mit einer grauen Grundierung versehen worden. Hier und da fliegen Funken: Von Gerüsten aus und oben an Deck wird an vielen Stellen noch geschweißt. Doch es geht voran.
„Das Schiff liegt jetzt seit gut zwei Wochen in unserer Halle“, sagt Frank Stöß, der zuständige Projektleiter der Werft. „Zuvor musste draußen mittels Höchstdruckstrahlen überall die alte Farbe runter – dabei werden abgeschirmt von der Umwelt mit 2500 Bar Wasserdruck und Sandzusatz die Anstriche entfernt.“
Der Rumpf habe dank regelmäßigem Tauchereinsätzen kaum Bewuchs gezeigt. „Unsere Ultraschallmessung belegt, dass die Materialstärke in Ordnung ist. Der Zustand des 1943 in Mainz-Kastel gebauten ehemaligen Wohnschiffes ist sehr gut.“ Deshalb zweifelt niemand daran, dass die „Arcona“ des Deutschen Marinebundes (DMB) am Ende der Werftliegezeit ihr Schwimmfähigkeitszeugnis für weitere zehn Jahre erhalten wird.
Beim Rundgang sind Walter Steininger, der Werftbeauftragte der Marinekameradschaft (MK) Wilhelmshaven, und Schriftführer Rudi Haardt sowie Pressewart Klaus Niderehe dabei. Steininger ist beinah täglich in der Werft, dokumentiert die Arbeiten auf drer „Arcona“ und hält fast alles mit der Kamera fest.
„Anderthalb Jahre haben unsere Vorbereitungen für die Werftliegezeit gedauert“, erzählt er. Die MK selbst ist ja nur noch Gast an Bord, seitdem der DMB die „Arcona“ unter seine Fittiche genommen hat. Die Unterhaltung des Schiffes war von der MK selbst nicht mehr zu leisten.
Im Inneren wurde in aufwendiger Handarbeit der alte Fußbodenbelag entfernt. „Der war an manchen Stellen zwei, an anderen eher sechs Zentimeter dick“, so Steininger. Gerade ist der neue Estrich in den Gängen und Kammern trocken. Unten im Schiff fehlen die Bodenplatten noch. So kann man im „Werner-Brune-Deck“ zwischen den Spanten noch das grundierte Bodenblech des Rumpfes sehen. Auch diese Sanierung war mit sehr viel aufwendiger Handarbeit verbunden. „Wenn man so ein Projekt angeht, muss man das schon richtig machen. Aber das kostet eben“, sagt Frank Stöß.
Teile des Innenausbaus erfolgen noch in der Werft, das meiste werde später am Liegeplatz erledigt. Frühestens Ende August geht es dorthin zurück für die „Arcona“.
