Wilhelmshaven - Für Begeisterung sorgte Carolin Fortenbacher am Samstag im gut besuchten Stadttheater mit ihrem Streisand-Abend im Zuge der Reihe „Große Kleinkunst“. Mal jazzig, mal große Ballade, so folgte der Reigen großartiger Lieder der einzigartigen Karriere Barbra Streisands.
Nach dem flotten Auftakt mit „Starting here, starting now“ bekannte sich Carolin Fortenbacher zu ihrem Idol. Musikalisch unterlegt erklärte sie, dass sie bereits 1985, zu Beginn ihrer eigenen Karriere, von einem solchen Abend geträumt habe. Längst selbst zu einem der größten Musical-Stars Deutschlands geworden, stellte sie nun ihre gesangliche Nähe zum US-Weltstar mit der wunderschönen Ballade „Somewhere“ aus der „West Side Story“ eindrucksvoll unter Beweis.
Perfekt begleitet vom Lutz Krajenski-Trio, ließ sie es immer wieder swingen und gab unvergesslichen Hits der inzwischen 80-jährigen Streisand wie „Evergreen“ eine mitreißende Frische. Um sich dann wieder solch anspruchsvollen Liedern zu widmen wie dem Leitmotiv „The Way we were“ aus dem großen Filmerfolg „So wie wir waren“ mit Robert Redford (1973).
Mit dem Welthit und absoluten Ohrwurm „Woman in Love“ – im Jahr 1980 in Zusammenarbeit mit den Bee Gees entstanden – als sogenannte Power-Ballade ging es in die Pause. Und so schwungvoll, dass das Publikum mitklatschte, ging es anschließend mit „Happy Days are here again“ weiter. Wobei man wissen sollte, dass Barbra Streisand eine bekennende Anhängerin und aktive Unterstützerin der Demokratischen Partei ist und dies in den 1930er Jahren die Wahlkampfhymne für Franklin D. Roosevelt war.
Dem folgte nun mit wahrem Gänsehaut-Effekt der Höhepunkt des Abends, der mit einer Pavane einsetzte und in das hebräische Gebetslied „Avinu Malkeinu“ überging. Gefühlvoll und packend führte dieser erhabene Gesang über in das herausragende Lied aus Barbra Streisands großem Filmerfolg „Yentl“ (1983) unter dem Titel „Papa can you hear me?“.
Längst hatte die charmante Carolin Fortenbacher bis dahin schon die Herzen des Publikum erobert und kredenzte des weiterem gleich mehrere Hits mit Texten von Streisands Lieblingsautor Stephen Sontheimer. Hier kam die deutsche Sängerin bei dem vor Schönheit schwelgenden „Send in the Clowns“ den Nachtigallen-Fähigkeiten ihres Idols ähnlich nah wie bei „People“, dem ersten großen Hit der noch ganz jungen Streisand von 1964.
Und natürlich gab es nach dem Verklingen des letzten Tons derartig lang anhaltenden Beifall, dass eine Zugabe fällig wurde. Hier bot Carolin Fortenbacher noch einmal einen Erfolg aus der Zusammenarbeit mit den Bee Gees dar: „Guilty“, im Jahr 1980 im Duett mit Barry Gibb gesungen. Noch einmal ein Dauerbrenner, kraftvoll, melodiös und mit großartigem Swing als würdiger Abschluss eines hochkarätigen Konzerts.
