Wilhelmshaven - Fastbunnen heißt das Drama von Felix Borchert, für dessen Aufführung die Jugendgruppe des Theaters am Meer derzeit viel Lob einheimst. Hauptfigur in dieser Tragödie ist eine Mutter, die ihr Kind getötet hat. Das Stück handelt von Schuld und Sühne und wird gewissermaßen in Rückblenden erzählt, teils mit Stilmitteln des absurden Theaters - hochspannend und anspruchsvoll für Schauspieler und Publikum gleichermaßen und deshalb umso mehr lohnend.
Am Sonntag um 15.30 Uhr besteht noch einmal die Möglichkeit, eine Aufführung zu besuchen. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.
Die in Ketten gelegte junge Mutter Tine wird von Chantal Müller gespielt. Die anderen Rollen füllen Fynn Krey (ihr Wärter), Michel Waskönig (ein Reisender), Annika Gärtner (Richterin), Fynn Dießner (Tines Freund) und Svenja Eilers (die Mutter Tines) aus.
Die Gemeinschaft in dieser Gruppe bedeutet Chantal Müller viel. Hier wachsen Freundschaften, und hier werden die jungen Leute echt gefordert. Regisseurin Elke Münch nehme es in ihren Anweisungen genau, wisse aber auch sehr gut zu erklären und zu motivieren.
Eigentlich haben das Stück und die Figur, die ich spiele, nichts mit meinem Leben zu tun. Sich in die Rolle hineinzuversetzen, ist das Spannende. Vor jeder Aufführung muss ich mich erst einmal eine Viertelstunde auf die Rolle konzentrieren und mich einstimmen. Das hat auch seinen Grund darin, dass der Erzählstrang nicht chronologisch ist, erläutert die 17-jährige Gymnasiastin.
Die Dramatik des Stücks darf sie dennoch nicht zu dicht an sich heranlassen. Auch den Rat gab mir Elke Münch, sagt sie. Auch wenn sie die Rolle beim Spiel natürlich ausfülle, gelte es dennoch, auf persönliche Distanz zu gehen. Andernfalls hältst du es als Schauspieler kaum aus, wenn dicht vor dir jemand im Zuschauerraum zu weinen anfängt. Doch wenn es das Publikum derart berührt, machen die jungen Leute wohl viel richtig.
