Wilhelmshaven - Mein schönster Urlaub war meine Islandreise im Sommer 2017. Island, diese knorrige Insel am Polarkreis mit den spätestens seit der EM 2016 für ihren Fan-Schlachtruf „Huh“ berüchtigten Inselbewohnern, wikingischen Ursprungs. Island war lange mein Urlaubstraumziel und wie uns die Ereignisse dieses Jahres eindrücklich bewusst gemacht haben, sollten wir Träume auch wahr werden lassen und nicht allzu lange aufschieben.
Abenteuerlicher Plan
So war der Entschluss gefasst. Schon die Urlaubsvorbereitungen, die Planung der Rundreise mit dem eigenen PKW, waren angesichts der nahezu unaussprechlichen Ortsnamen abenteuerlich, jeder erinnert sich bestimmt an den Ausbruch des Vulkans mit dem Namen Eyjafjallajökull, welcher auch die sonst so versierten Nachrichtensprecher an ihre Grenzen brachten.
Wir machten uns nun also mit dem Auto auf den Weg von Wilhelmshaven nach Hirtshals ganz im Norden Dänemarks, um von dort mit der Fähre MS Norröna zum Land meiner Träume überzusetzen. Der Weg ist das Ziel, so heißt es. Und ich gräme mich nicht, wegen meiner Flugangst, dieses Beförderungsmittel gewählt zu haben. So konnten wir Orcas und Delfine sichten , die Färöer Inseln bewundern und ganz neben bei schon einmal bei frischer Meeresbrise und gutem Buch „entschleunigen“.
Zeugen des Vulkans
Und dann lag sie endlich vor mir, die Insel meiner Träume: Island – dort wo die nordamerikanische und die eurasische Kontinentalplatten aufeinanderstoßen. Dort, wo den Elementen Feuer, Wasser und Eis – und das nicht nur auf der Nationalflagge – eine besondere Bedeutung zukommt. Vom Fährhafen Seydisfjördur aus führte unsere Reiseroute zunächst entlang der Ostfjorde nach Nesjahverfi. Zahlreiche Wasserfälle säumten unseren Weg genau wie endlose von grünem Moos überwucherte Lavafelder, Zeugen des vulkanischen Ursprungs der Insel. Von soviel unberührter Natur war ich überwältigt.
Viele Naturwunder
Das „Highlight“ des zweiten Tages unserer Rundreise war sicherlich der Besuch der Jökursarlon Gletscherlagune, die uns mit ihren facettenreich blau schimmernden Eisbergen faszinierte. Hierzu passte auch das Wetter: eisig und regnerisch – Island eben. Weiter ging es zum vollständig umrundbaren Seljalandsfoss und entlang schwarzer Strände, die einst durch Eruptionen unter dem Gletscher Vatnajökull, dem größten Gletscher Islands, entstanden.
Sommer bei zehn Grad
Zur Erkundung der kleinen und größeren Naturwunder legten wir viele Zwischenstopps ein. Der darauf folgende Tag führte uns zum Myrdalsjökull, dem viertgrößten Gletscher Islands. Den Gletschern so nahe, war ich gleichermaßen ergriffen, ob der landschaftlichen Schönheit und traurig, wegen deren klimabedingt rasant fortschreitenden Schmelze. Weiter ging es entlang grüner Berghänge und -wiesen, auf denen sich Schafe und Islandpferde, dem unwirtlichen Klima trotzend, tummelten.
Im Verlauf der Reise erkundeten wir die Hauptstadt Reykjavik, eher kleinstädtisch geprägt, mit durchaus „hippen“ Einwohnern, welche schon einmal bei zehn Grad Celsius Außentemperatur einen Wasserrutschenwettbewerb mitten in der Stadt ausriefen. Aber für die Isländer war es ja Sommer!
Entlang des sogenannten „Golden Circle“, ein „Muss“ für jeden Islandtouristen, besuchten wir den Thingvellir-Nationalpark, die Keimzelle Islands – dies sowohl politisch als älteste demokratische Versammlungsstätte der isländischen Siedler als auch geologisch (Auseinanderdriften der Kontinentalplatten). Hier befand sich auch das Geothermalgebiet mit dem großen Geysir und den Gullfoss-Wasserfall.
Islandischer Wellness
Immer mal wieder genossen wir Bäder in den natürlichen heißen Quellen, circa 35 Grad Celsius warm, inmitten ursprünglicher Natur. So geht Wellness auf isländisch. Auch in Erinnerung ist mir noch gut der Besuch des Myvatn (übersetzt: Mückensee) und es rächte sich, dass wir angesichts der dortigen Mückenschwärme nicht den entsprechenden Gesichtsschutz bei uns hatten. Aber das wird uns beim nächsten Islandbesuch nicht mehr passieren.
Whale-Watching
Beeindruckend waren immer wieder die unsere gesamte Reiseroute säumenden Wasserfälle, allen voran der Godafoss und der Dettifoss. Welche Kraft der Natur hier durch die die Gletscher entwässernden herabstürzenden Wassermassen frei gesetzt wird, ist unglaublich.
Einer meiner persönlichen Höhepunkte: Das Whale-Watching, mit kleinen Fischerbooten von Husavik aus gestartet, konnten wir Buckelwale und sogar einen Blauwal sichten. Einmal mehr wurde mir bewusst, dass es unser aller Aufgabe ist, die Lebensräume dieser faszinierenden Meeresriesen zu schützen.
Es gab noch unzählige weitere kleine Ereignisse, Momente des Staunens und lustige Begebenheiten, die diesen Urlaub für mich so besonders machten.
